Während einer Polizeiaktion in der französischen Hafenstadt Marseille haben am Montag bewaffnete Unbekannte das Feuer eröffnet. Nach unterschiedlichen Informationen wurde dabei auf Polizisten oder in die Luft geschossen. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, es sei niemand verletzt worden.

Rund 7.000 Anwohner im Stadtteil Castellane wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen. Die Polizei sperrte das Gebiet ab und leitete eine Großfahndung ein. Auch ein Polizeihubschrauber kreist über dem Stadtteil.

Frankreichs Regierungschef Manuel Valls hatte für Montagnachmittag einen Besuch in der Mittelmeerstadt geplant. Nach Angaben der Regierung war Valls zum Zeitpunkt des Zwischenfalls noch nicht in Marseille. Bei dem Besuch sollte es um die Sicherheit in der seit Jahren von Bandenkriegen, Schießereien und Morden auf öffentlicher Straße geprägten Stadt gehen. Wie verschiedene Medien berichten, könnte es sich in dem Konflikt um einen Konflikt zweier verfeindeter Drogen-Banden gehen.

Erst am 7. Januar stürmten zwei maskierte Männer in die Redaktion des Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris und töteten 12 Menschen. In Frankreich und auch in anderen europäischen Ländern kam es damals zu zahlreichen Solidaritätsmärschen. (dtj/dpa)