Nach Angaben einer französischen Regionalzeitung ist die 15-jährige Schülerin Sarah K. aufgrund ihres langen schwarzen Rockes von der Schulleitung nach Hause geschickt worden. Nun drohe ihr auch noch ein Verweis.

Der Vorfall ereignete sich vergangene Woche in Charleville-Mézières im Norden Frankreichs. Laut der Regionalzeitung Ardennais habe der Schulleiter, Maryse Dubois, die Muslimin bereits zweimal nach Hause geschickt. Seine Begründung: „Die Schülerin wurde aufgrund der Repräsentanz ihrer religiösen Ansichten durch ihre Kleidung nicht zur Schule zugelassen, der Laizismus erlaubt nun mal keine religiösen Zeichen“. Dem Artikel zufolge drohte der Schulleiter in einem Mahnbrief an die Eltern auch mit dem Verweis von der Schule.

Die junge Schülerin trägt nach eigenen Angaben seit einem Jahr ein Kopftuch. Jeden Tag setze sie ihr Kopftuch vor dem Eingang der Schule ab und betrete so das Schulgebäude. Sie äußerte sich zum Vorfall: „Den Rock habe ich aus einem französischen Laden für 2 Euro gekauft. Wenn gutes Wetter ist, trage ich, wie meine Freundinnen auch, ab und zu Röcke. Ich finde es ungerecht, dass ich deswegen nicht mehr zur Schule darf.“

Die Familie von Sarah scheint gewillt, den Vorfall nicht auf sich sitzen lassen und will gegen die Schule vorgehen. Sie wandte sich an die Medien und fand starke Unterstützung. Der Hashtag #JePorteMaJupeCommeJeVeux (zu Deutsch: Ich trage meinen Rock wie ich will) wurde binnen weniger Stunden zum meist diskutierten Thema in Frankreich. Twitter-User zeigten Solidarität und unterstützten die Schülerin.

Öffentlicher Druck zeigt Wirkung

Nach dem öffentlichen Druck äußerte sich auch Nicolas Cadène, französischer Generalberichterstatter des Observatoriums für Säkularismus, bei „Le Figaro“ zum Vorfall. „Beim Fall Sarah K. liegt kein Verstoß gegen das Gesetz vor. Der Rock ist definitiv kein religiöses Zeichen und darf nicht mit einem Schulverweis bestraft werden“, erklärte Cadène. Auch meldete sich das CCIF (zu Deutsch: Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich) zu Wort und verurteilte den Vorfall.

Die Schule selbst wollte sich nicht unmittelbar zum Vorfall äußern und verwies auf das Bildungsministerium. Dieses wiederum teilte mit: „Es entspricht nicht der Wahrheit, dass Sarah wegen dem Rock nicht zur Schule durfte. Man wollte nur ihre Kleidergewohnheiten ändern.“