Die Türkei hat mit der Aussetzung der Zollunion mit der Europäischen Union gedroht, sollten die Pläne für ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU voranschreiten. Der türkische Europaminister Volkan Bozkır habe bei einem Besuch in Oslo zudem gefordert, die Türkei in das Abkommen einzubeziehen, berichtete die Zeitung „Hürriyet“ am Mittwoch.

Der EU-Beitrittskandidat Türkei ist mit der EU seit 1996 in einer Zollunion verbunden. Mit dem Handels- und Investitionsabkommen TTIP („Transatlantic Trade and Investment Partnership“) soll zwischen den USA und der Europäischen Union der größte Wirtschaftsraum der Welt entstehen.

Schon im vergangenen Jahr hatte der damalige türkische Außenminister und jetzige Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu gefordert, die Türkei müsse Teil des geplanten Freihandelsabkommens sein. Andernfalls entstehe ein unfairer Wettbewerb zulasten des Landes.

Im Mai suchten türkische Regierungsvertreter in Washington deswegen die Unterstützung der USA. „Wir vertrauen unserem amerikanischem Partner und Verbündeten, dass wir in der Abschlussphase des Abkommens nicht außen vor gelassen werden“, erklärte Vizepremier Ali Babacan damals.

Bozkır bezifferte laut „Hürriyet“ den Verlust der Türkei bei einem Abschluss des Abkommens auf drei Milliarden US-Dollar (rund 2,4 Millarden Euro). Nicht-EU Mitgliedsländer wie die Türkei, Norwegen und die Schweiz befürchten wirtschaftliche Nachteile durch das Freihandelsabkommen. (dpa/dtj)