Bei den Christen ist es der Sonntag, den Juden der Samstag, bei den Muslimen der Freitag. Besonderes Kennzeichen dabei ist das in der Mittagszeit stattfindende Freitagsgebet, das nach islamischem Glauben jeder gläubige muslimische Mann verrichten muss.

Bislang war das in der laizistischen Türkei nicht immer möglich, besonders für Menschen, die in öffentlichen Einrichtungen beschäftigt waren. Das soll sich jetzt ändern.

Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu erklärte am Dienstag während der AKP-Fraktionssitzung, dass er einen Verordnungsentwurf auf den Weg gebracht habe, der in öffentlichen Einrichtungen tätigen Muslimen die Gelegenheit geben soll, das Freitagsgebet zu verrichten, ohne den Arbeitsalltag zu beeinträchtigt. Die Verordnung soll, nachdem sie im Kabinett abgesegnet wird, noch diese Woche in Kraft treten.

„Jedem steht frei, ob er am Gebet teilnehmen will oder nicht. Der Freitag soll in der gesamten als ein Festtag begangen werden und die Brüderlichkeit in der Gesellschaft stärken“, sagte Davutoğlu.

Wie in der Kopftuchfrage verzichtet die Regierung allerdings auch in diesem Fall darauf, die Neuregelung durch eine gesetzliche Grundlage abzusichern. Eine andere Regierung könnte die Regelung somit ohne Weiteres zurücknehmen.

„Cuma günleri öğle tatilinin ibadet hürriyetini engellemeyecek şekilde kullanılabilmesi için Başbakanlık Genelgesi Taslağı hazırladık.“

Posted by Ahmet Davutoğlu on Dienstag, 5. Januar 2016