FSA warnt Zivilisten: „Verlasst Damaskus”

In einer Erklärung der FSA vom Montag werden die Bewohner von Damaskus aufgefordert, sich schnell in Sicherheit zu bringen: „Wir raten dazu, die Umgebung der Gebäude des Präsidenten, der Armee und der Sicherheitsdienste schnell zu verlassen.“ Die Rebellen kündigten den Einsatz von Boden-Boden-Raketen gegen diese Regierungseinrichtungen an.

Mittlerweile schlagen fast täglich Granaten im Zentrum von Damaskus ein. Syrische Rebellen haben am Montag beispielsweise drei Granaten auf das Gebäude des Generalstabs in Damaskus abgefeuert. Die reguläre syrische Armee versucht seit Monaten, Rebellen aus einigen Vororten der Hauptstadt zu vertreiben und zieht dafür immer mehr Truppen aus anderen Landesteilen ab. Der Einsatz von Panzern, Artillerie und Kampflugzeugen und die erbitterten Häuserkämpfe haben weite Teile der Vororte bereits verwüstet.

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Rebellenoffensive in Südsyrien erhöht Druck auf Regime in Damaskus

Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA) haben am Sonntagabend nach eigenen Angaben den wichtigsten Grenzübergang nach Jordanien erobert. Der Übergang Nasib bei Daraa sei nach drei Wochen wechselhafter Gefechte gestürmt worden, erklärte ein Rebellenoffizier bei Daraa. Jordanische Sicherheitskreise bestätigten den Rückzug der syrischen Truppen aus dem Gebiet.

Mittlerweile kontrollieren verschiedene Rebellenbrigaden einen Großteil der südlichen Grenzgebiete, wodurch Waffen, Ausrüstung und neue Kämpfer leicht nach Syrien gelangen können. Die Rebellen beherrschen nun anscheinend bis zu 90 Prozent des Grenzstreifens zu Jordanien. Auch die Rebellenbrigaden im nahen Damaskus profitieren durch diese Eroberungen.

Auch an der Grenze zu den israelisch besetzten Golan-Höhen kommt es seit letzter Woche fast täglich zu Gefechten zwischen regulärer syrischer Armee und Rebelleneinheiten. Jordanische und israelische Truppen wurden entlang der Grenzen zu Syrien in Alarmbereitschaft versetzt.

Unterdessen erwiesen sich die Spekulationen um den Tod von Baschar al-Assad als haltlos. Ein Gründungsmitglied der FSA, Riad al-Asaad, wurde Ziel eines Autobombenanschlags, den er verletzt überlebte und nun in der Türkei behandelt wird. Die Gerüchte vom Wochenende rührten möglicherweise von der Ähnlichkeit der Namen. (dtj/dpa)