Kaan Ayhan jubelt bei einem Spiel für die deutsche U17-Nationalmannschaft. Der Deutschtürke entschied sich nun, für das Land seiner Eltern aufzulaufen.

Der türkische Fußballverband kann nach der Personalie Hakan Calhanoğlu den nächsten Erfolg im Rennen um deutsch-türkische Talente verbuchen und schaffte es, mit Kaan Ayhan eine viel versprechende Nachwuchshoffnung des FC Schalke 04 für sich zu gewinnen. Der 18-jährige Innenverteidiger spielte zuletzt für die deutsche U18-Auswahl und folgte nun einer Einladung der türkischen U21-Nationalmannschaft.

Bundesliga-Debütant

Der gebürtige Gelsenkirchener ist seit diesem Sommer mit einem Profivertrag bei den „Knappen“ ausgestattet, der zwei Jahre Gültigkeit besitzt. Am letzten Wochenende feierte der Deutsch-Türke sogar sein Bundesliga-Debüt beim 4:1-Sieg über den FC Augsburg, als er drei Minuten vor Schluss für Adam Szalai eingewechselt wurde. Auf Nationalmannschaftsebene hat sich Ayhan trotz bisheriger DFB-Laufbahn für das Heimatland seiner Eltern entschieden.

„Mein Herz schlägt doch mehr für die Türkei”

„Zunächst wollte ich weiter für Deutschland spielen. Aber mein Herz schlägt doch mehr für die Türkei. Deshalb habe ich mich entschieden, künftig für die türkische Nationalmannschaft zu spielen“, wird Ayhan im „RevierSport“ zitiert. Für den Schalker war die Nationalmannschaftsfrage also eine Herzensangelegenheit. Das Tauziehen um den wertvollen Abwehrmann konnte die Türkei für sich entscheiden und berief Ayhan prompt in den Kader der türkischen U21-Nationalmannschaft für die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Griechenland und Polen.

DFB-Vergangenheit

Bei den Juniorenauswahlmannschaften Deutschlands gehörte Ayhan stets zu den Leistungsträgern seines Jahrgangs und nahm 2011 im DFB-Dress sowohl an der U17-Europameisterschaft in Serbien als auch an der U17-Weltmeisterschaft in Mexiko teil. Sein Arbeitgeber weiß um die Qualität seines Rohdiamanten und will ihn behutsam in die Bel-Etage des deutschen Fußballs einführen. Somit tritt Ayhan die Nachfolge von prominenten Namen wie Manuel Neuer, Christian Pander, Benedikt Höwedes und Julian Draxler an, die allesamt ihr fußballerisches Handwerk bei den „Königsblauen” erlernt haben. Außerdem ist Ayhan der einzige gebürtige Gelsenkirchener im Lizenzkader des Champions-League-Teilnehmers.