Zwei Tage nach der Freilassung des deutschen Menschenrechtlers Peter Steudtner aus der Untersuchungshaft in der Türkei haben die Außenminister beider Länder, Sigmar Gabriel und Mevlüt Cavusoglu, miteinander telefoniert. Gabriel habe in dem Gespräch seine Freude über die Freilassung Steudtners zum Ausdruck gebracht, sagte Außenamts-Sprecherin Maria Adebahr am Freitag in Berlin. Außerdem habe er sein Interesse an einem weiteren Dialog und einer Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern deutlich gemacht.

Zu weiteren Gesprächsinhalten äußerte sich die Sprecherin nicht. Die beiden hätten vereinbart, im Gespräch zu bleiben. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, Gabriel habe das Telefonat initiiert.

Mindestens zehn weitere Deutsche aus politischen Gründen in Haft

Steudtner und sein schwedischer Kollege Ali Gharavi, der mit ihm inhaftiert war, waren Donnerstagabend von Istanbul nach Berlin ausgereist. Steudtner hatte mehr als drei Monate in der Türkei im Gefängnis gesessen. Zum Auftakt seines Prozesses wegen Terrorvorwürfen hatte ein Istanbuler Gericht in der Nacht zu Donnerstag überraschend die Freilassung von Steudtner, Gharavi und sechs mitangeklagten türkischen Menschenrechtlern angeordnet. Das Verfahren wird aber am 22. November fortgesetzt.

Mindestens zehn weitere Deutsche sind in der Türkei noch aus politischen Gründen in Haft. Die Bundesregierung werde sich weiter «auf allen Kanälen» für die Freilassung einsetzen, sagte Adebahr. Zu der Vermittlung von Altkanzler Gerhard Schröder im Fall Steudtner wollte sie sich nicht äußern. Gabriel telefonierte auch mit der Partnerin Steudtners und will sich «in naher Zukunft» mit dem Menschenrechtler treffen.

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dpa/dtj