Sigmar Gabriel und Mevlüt Cavusoglu reden über die deutsch-türkischen Beziehungen.
ARCHIV: Sigmar Gabriel und Mevlüt Cavusoglu reden über die deutsch-türkischen Beziehungen. Foto: Michael Gottschalk/photothek.net/Pool/dpa

Außenpolitiker von SPD und Grünen haben den überraschenden Türkei-Besuch von Außenminister Sigmar Gabriel begrüßt. «Dass miteinander geredet wird, und dass wir jetzt die ersten erfreulichen Nachrichten bekommen, das gibt einen gewissen Grund zum Optimismus», sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Niels Annen. «Es scheint sich bis Ankara herumgesprochen zu haben, dass es eine gute Idee ist, die einst guten Beziehungen nicht völlig zu ruinieren.»

Gabriel hatte sich am Samstag überraschend mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu in Antalya getroffen und mit ihm vereinbart, den Dialog zwischen beiden Regierungen wieder zu vertiefen. Auch der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour begrüßte die Reise. «Richtige Entwarnung gibt es aber erst, wenn die Geiseln wieder freigelassen worden sind», sagte er. Gemeint sind die noch neun aus politischen Gründen in der Türkei inhaftierten Deutschen. Zwei waren innerhalb der vergangenen beiden Wochen freigelassen worden.

Keine Normalisierung ohne Freilassung der Häftlinge

Auch Annen sieht keine wirkliche Normalisierung der deutsch-türkischen Beziehungen ohne eine Freilassung der anderen Häftlinge. «Eine wirkliche Entspannung wird es erst geben, wenn diese Fälle geklärt sind. Trotzdem ist das jetzt ein Schritt in die richtige Richtung. Aber mehr ist es auch nicht.»

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dpa/dtj