Selcuk Inan und Willian kämpfen im Spiel Galatasaray gegen Chelsea um den Ball. Mourinho und Mancini beobachten das Geschehen.

Genauso wie in der vergangenen Saison spielte Galatasaray Istanbul im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League in der heimischen Türk-Telekom-Arena, genauso wie vor einem Jahr trug der Gegner auch blaue Trikots. Und auch das Ergebnis fiel am Ende identisch aus: 1:1 hieß es nach 90 umkämpften Minuten. Nur ging es dieses Mal nicht gegen Schalke 04, sondern die „Blues“ aus London, den FC Chelsea. Und es war durchaus mehr drin für die „Löwen“.

Nach einem schwachen Start mit vielen Unkonzentriertheiten fing sich das Team von Roberto Mancini ein frühes Gegentor. Chelsea war von Beginn wacher, bissiger, zielstrebiger. Die auf Konter ausgelegte Taktik Mourinhos ging voll auf.

„Wir hatten zu viel Respekt, mehr, als man in so einem Spiel vor einem Gegner haben darf“, sagte Gala-Coach Mancini nach dem Spiel. Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis die Heimmannschaft ins Spiel fand. Großen Anteil hatte daran auch die Einwechslung von Yekta Kurtuluş. Der Mittelfeldspieler kam für den enttäuschenden Winter-Neuzugang Izet Hajrovic, der zwar für die erste Halbchance von Galatasaray verantwortlich zeichnete, ansonsten jedoch kein Bein auf den Boden bekam.

In der 2. Halbzeit war dann von Chelsea kaum noch etwas zu sehen. Außer einer guten Schusschance für Torres in der 52. Minute, der auch die Führung erzielte, kam nicht mehr viel von den Londonern. Die Galatasaray-Offensivabteilung um Didier Drogba wurde von Minute zu Minute stärker.

„Leider haben wir zu Beginn die Fehler aus den Spielen gegen Real Madrid vom Vorjahr wiederholt, doch durch die Umstellungen wurde es dann viel besser“, so Drogba, der sich gegen sein altes Team nicht oft in Szene setzen konnte. In der 62. Minute hätte er fast die Vorlage zum 1:1 gegeben, doch Selçuk İnan konnte die Kopfballablage des Ivorers nicht verwerten, scheiterte am Pfosten. Kurz darauf machte es Aurélien Chedjou besser, als er eine Ecke von Wesley Sneijder über die Linie drückte. „Das Rückspiel wird hart, aber das ist Fußball. Wir spielen 11 gegen 11. Wir hatten heute unsere Chancen, und wir werden sie dort auch haben“, gab sich Drogba kämpferisch.

Chancen hatte das Team von José Mourinho auch, vor allem in der ersten Halbzeit. Doch „The Special One“ beklagte nach dem Spiel die mangelnde Verwertung. „Andere Teams machen aus drei Chancen drei Tore, wir aus fünf eins. Galatasaray war letztes Jahr ein gutes Team, sie sind auch dieses Jahr gut. Es wird schwer, aber wir können es schaffen.“ Das Rückspiel an der Stamford Bridge findet am 18. März (20.45) statt.

„Sabah“: „Tugay Kerimoğlu wegen Streit mit Mancini zurückgetreten“

Am Tag nach dem Spiel sorgte eine Meldung der Zeitung „Sabah“ kurzzeitig für Wirbel. Demnach hatte Galatasarays Co-Trainer Tugay Kerimoğlu nach einer Meinungsverschiedenheit mit seinem Chef wegen der Personalie Semih Kaya seinen Rücktritt erklärt. Kerimoğlu dementierte umgehend.

Auf der offiziellen Homepage ließ der ehemalige Gala-Profi verlauten, dass die Meldung nicht die Wahrheit wiedergebe. „Mein Verhältnis zu unserem Trainer Roberto Mancini ist intakt, unsere Zusammenarbeit harmonisch. Selbst wenn es mit ihm ein Problem geben sollte, sind wir beide Sportsmänner genug, um uns gegenseitig zu respektieren.“

Die Zeitung hatte behauptet, dass die beiden Trainer nach dem Spiel wegen der Einwechslung des vor der Partie angeschlagenen Semih Kaya aneinandergeraten seien. Mancini habe, obwohl es eine klare Absprache zwischen ihm und Kerimoğlu gab, eigenständig entschieden, Kaya einzuwechseln und damit dessen Gesundheit aufs Spiel gesetzt.