Lukas Podolski hat nach dem erneuten Anschlag in der Türkei mit vielen Todesopfern seine Zukunft bei Galatasaray Istanbul infrage gestellt. „Man muss gut überlegen, wie es weitergehen soll, bei dem was hier passiert ist“, sagte der Fußball-Nationalspieler der „Bild“-Zeitung (Dienstag).

Podolski hatte am Sonntag mit seinem Team in Ankara gespielt, bevor in der türkischen Hauptstadt eine Autobombe 37 Menschen tötete. Zu den Opfern gehört auch der Vater von Podolskis Teamkollege Umut Bulut, der am heutigen Dienstag 33 Jahre alt wird. „Der ganze Club steht unter Schockstarre“, sagte Podolski. Das Team lässt seinen türkischen Nationalstürmer nicht allein und wird heute an der Beerdigungszeremonie in Buluts Heimatstadt Kayseri teilnehmen. Auch der lokale Klub Kayserispor kündigte die Teilnahme als Team an.

Im vergangenen Sommer war Podolski nach einem missglückten Engagement bei Inter Mailand in die Türkei gewechselt und hatte bei Galatasaray sportlich wieder überzeugen können. Vereine aus China und der Major Soccer League sollen an ihm interessiert sein. Eine Entscheidung soll erst nach der Europameisterschaft in Frankreich fallen. Diese findet im Juni statt.

Aufsehen hatte Podolski in der Türkei im September auch mit einem Foto erregt, auf dem er mit militärischem Gruß vor der türkischen Flagge posierte. Es habe sich dabei nur um eine Ehr- und Beileidsbekundung für die gefallenen türkischen Soldaten gehandelt, erklärte er nach aufkommender Kritik.