Nach Einschätzung von Bundespräsident Joachim Gauck ist der Bildungserfolg junger Menschen noch immer zu stark von ihrer sozialen Herkunft abhängig. Um Benachteiligungen auszugleichen, sei schon die frühkindliche Bildung wichtig, sagte Gauck am Freitag auf dem Bildungstag der „Zeit“-Stiftung in Hamburg. Eltern müssten ermutigt werden, „sich stärker für das Fortkommen ihrer Kinder zu interessieren“. Lehrern dürfe nicht allein aufgebürdet werden, „wie Schüler zu Leistung motiviert und zum Durchhalten bewegt werden können“.

Angesichts der vielen nach Deutschland kommenden Flüchtlinge sieht Gauck das Bildungswesen vor großen Herausforderungen. „Die Aufgabe und die Verpflichtung, Chancengerechtigkeit in unserem Land sicherzustellen, werden uns schon deshalb dauerhaft begleiten, weil wir als Einwanderungsgesellschaft noch mehr gefordert sein werden“, sagte er. Jeder verdiene eine Chance, egal woher er komme, betonte der Bundespräsident. „Das alles bringt Aufwand, Mühe und Kosten mit sich.“ Aber das sei der auch Anspruch, „den eine Gesellschaft der Freien und Gleichen an sich selbst haben muss“.

Bei der Integration der Schutzsuchenden komme den Lehrern eine wachsende Bedeutung zu. „Nicht nur brauchen sie die nötigen sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen – sie brauchen auch das nötige Fachwissen zur Vermittlung dessen, was unsere freiheitlichdemokratische Ordnung ausmacht“, sagte Gauck. (dtj/dpa)