Das ZDF-Auslandsjournal vom 16. Juli 2014 offenbart in seiner Recherche, dass die Sicherheitsbehörden in Israel bereits zum Zeitpunkt der Entführung der drei Siedlerjugendlichen im Westjordanland von deren Ermordung wussten. Sie sind auf der Stelle erschossen worden, wie man dem Telefonmitschnitt bei der Polizei entnehmen kann.

Diese Information wurde zurück gehalten, die emotional aufgeladene Rettungsaktion „Bring Back Our Boys“ gestartet. Über zwei Wochen wird eine Dramaturgie gefahren, die jede PR-Agentur im Schatten stehen lässt. Als die Stimmung total aufgeheizt ist, ein palästinensischer Jugendlicher der Rache israelischer Extremisten zum Opfer fällt und der Schrei nach Vergeltung und Vernichtung im Raum steht, wird der Tod der drei Jugendlichen verkündet.

Die Medien spielen hierbei keine glückliche Rolle. Sie sind Mittel zum Zweck, Vehikel, nützlicher Idiot. Das wird in dem Bericht überdeutlich. Man erfährt selten gehörte Meta-Informationen über Medienarbeit und diese hat in Israel – und vermutlich nicht nur dort – die besondere Qualität, dass Sicherheitsinteressen vor Meinungs- und Pressefreiheit gehen.

Deshalb arbeiten direkt in den Redaktionen führender Nachrichtenmedien eine Art von Kontrolleuren neben den Journalisten, die alles das beeinflussen, was den so genannten Sicherheitsinteressen Israel zuwider laufen könnte. Das nennt man gemeinhin Zensur. Zensiert wurde im aktuellen Fall die Information über den Tod der drei Jugendlichen und ihr Schicksal wurde propagandistisch ausgeschlachtet bis hin zum aktuellen Gaza-Krieg, den vielleicht auch darum so viele Israelis verteidigen, weil sie diese Zusammenhänge gar nicht kennen.