Der saudische Außenminister Faisal bin Farhan Al Saud (r.) trifft seinen türkischen Amtskollegen Mevlüt Çavuşoğlu. Foto: MFA Turkey

Saudi-Arabien hat Israel im Gaza-Konflikt „eklatante Verletzungen“ der Rechte der Palästinenser vorgeworfen und die Weltgemeinschaft zum Handeln aufgefordert.

Die internationale Gemeinschaft müsse rasch handeln, um die israelischen Militäreinsätze dort zu stoppen, sagte der saudische Außenminister Faisal bin Farhan al-Saud. Der Konflikt war am Sonntag Thema einer Dringlichkeitssitzung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) auf Gesuch Saudi-Arabiens. Die OIC ist ein Zusammenschluss von 57 Staaten und versteht sich als „kollektive Stimme der muslimischen Welt“.

„Das Königreich weist die provokativen Pläne oder Schritte zur gewaltsamen Räumung palästinensischer Wohnräume in Ost-Jerusalem komplett zurück und verurteilt sie auf extreme Weise“, sagte Außenminister Faisal. Der alte Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern war zuletzt erneut auf gefährliche Weise eskaliert. Auslöser war unter anderem ein hartes Vorgehen israelischer Sicherheitsbehörden während des Ramadan in Jerusalems Altstadt vor der Al-Aqsa-Moschee. Als weiterer Auslöser gilt die mögliche Vertreibung einiger palästinensischer Familien aus ihren Häusern.

Çavuşoğlu: Israel alleine verantwortlich

Die Gespräche im seit 2014 auf Eis liegenden Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern müssten wiederbelebt werden, so Faisal. Grundlage dafür müsse eine Verpflichtung zum Frieden auf Grundlage einer Zwei-Staaten-Lösung sein und dem Friedensplan von 2002.

In ihrem Friedensplan hatte die Arabische Liga die Anerkennung Israels angekündigt, wenn dieses sich aus allen 1967 eroberten Gebieten zurückziehe und eine gerechte Lösung für das Problem der palästinensischen Flüchtlinge ermögliche.

https://twitter.com/MevlutCavusoglu/status/1392187469442031617?s=20

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu schrieb auf Twitter, man habe bei dem Treffen betont, dass Israel alleine für die anhaltenden „Gräueltaten“ verantwortlich sei. Man sei zudem entschlossen, Bemühungen zum Schutz der „palästinensischen Brüder und Schwester“ auf internationaler Ebene fortzuführen.

dpa/dtj