In Gaziantep, das eines der ältesten besiedelten Gebiete der Welt darstellt, wurden an vier verschiedenen Stellen archäologische Ausgrabungen durchgeführt.

Während der Italiener Nicolo Marchetti die Ausgrabungen bei Karkamış leitet, ist der Deutsche Engelbert Winter für die Forschungsarbeiten in Dülük zuständig. Das Projekt in Zincirli Höyük wird vom US-Amerikaner David Scholen geleitet und der türkische Professor Kutalmış Görkay von der Universität Ankara ist Leiter der Ausgrabungen in der antiken Stadt Zeugma.

Zu den Sternstunden der Ausgrabungsprojekte gehörten unter anderem die Freilegung des Mosaiks vom Roma-Mädchen in Zeugma, das auf 300 v. Chr. zurückgeht, und die größte Stele (Bezeichnung für einen Stein oder hölzernen Pfahl, der als Denkmal errichtet wurde) des babylonischen Königs Nebukadnezar, die in Karkamış gefunden und auf 3300 v. Chr. zurückdatiert wurde.

Stelen, Tempel und Palastteile freigelegt

In der antiken Stadt Dülük, die Siedlungen umfasst, die bis zum Jahr 6000 v. Chr. zurück datiert werden können, wurden Stelen und Tempel freigelegt. Ruinen historischer Bauwerke sowie Wände und Fundamente eines Palastes befanden sich unter den Funden, auf die man im Zuge der Ausgrabungen im 5000 Jahre alten Erdwall von Zincirli gestoßen war.

Der Kultur- und Tourismusdirektor der Provinz, Ergun Özuslu, erklärte, Gaziantep und seine Umgebung seien archäologisch außerordentlich reichhaltig. „Einige Änderungsarbeiten bezüglich des Arrangements haben es erlaubt, diese historischen Plätze auch für Touristen zu öffnen“, erklärte Özuslu. „Die Arbeiten im Archäopark werden in diesem Jahr enden. Die Ausgrabungen in der Umgebung des Tempels von Dülük werden ohne Unterbrechung weitergeführt. Diese ergiebigen Ausgrabungen enthüllen die Geschichte der südöstlichen Region.“

Zahl der Touristen in Gaziantep steigt stetig

Özuslu sagte, man würde versuchen, neue Bereiche zu erschließen, um die Bedürfnisse von Touristen zu befriedigen, zumal alle antiken Gegenden in der Stadt für Touristen geöffnet werden würden. Er kündigte zudem an, sich künftig auf das Bewerben von Broschüren und Webseiten fokussieren zu wollen, wo man „den Reichtum der Türkei an nationalen und internationalen Ausstellungen“ in den Vordergrund stellen wolle.

Wie Özuslu betont, steige die Zahl der einheimischen und ausländischen Touristen von Jahr zu Jahr an. Im Vorjahr hätten mehr 442 000 Touristen Gaziantep besucht.
„Das Mosaikmuseum von Gaziantep wurde im Vorjahr von 206 256 Menschen besucht“, so der Kulturdirektor. „Das war ein Zuwachs von 30 000 gegenüber dem Jahr davor. In diesem Jahr rechnen wir mit 250 000. Unsere Aufgabe ist es, mehr Menschen den Reichtum unserer Stadt bekannt zu machen.“

Özuslu erklärte, die Renovierungsarbeiten im Archäologiemuseum von Gaziantep würden bis zum Ende des Jahres beendet werden, dann werde das Museum wieder für Touristen geöffnet werden.