Hassbeitr├Ąge und -kommentare

Gebt Hasskommentaren und Mobbing keine Chance!

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Jeder hat das sicherlich schon mal erlebt: ├äu├čert man in den sozialen Netzwerken seine Meinung ├╝ber soziale oder politische Themen, muss man mit Gegenwind rechnen. Dabei kann es auch┬ádurchaus sein, dass man verbal durch den Fleischwolf gezogen wird. F├╝r Blogger ist das sicherlich nichts neues.

Ungem├╝tlich wird es, wenn der Gegenwind in Form von Hasskommentaren und -beitr├Ągen kommt. Das kann sogar soweit gehen, dass es ins reale Leben ├╝berschwappt und man physisch┬ábedroht wird.┬áFolgenden Fall habe ich zugetragen bekommen:

An einem Sonntag geht eine Dame zu einer Veranstaltung. Dort wird diese Dame aufgrund ihrer N├Ąhe zur G├╝len-Bewegung als “Terroristin” bezeichnet. Es ist eine Moschee, in die┬ásie seit 25 Jahren geht. Sie hat viele Freundinnen dort. Nach der Veranstaltung sagt der Vorstand der Dame am Telefon, dass man sie genau im Auge behalte. Es habe nach der Veranstaltung sogar einen Aufstand unter den Mitgliedern gegeben, weil sie emp├Ârt gewesen seien, dass man sie eingeladen hatte. Sie sagten, wenn man sie auf der Stra├če sehen w├╝rde, habe man vor, ihr ins Gesicht zu spucken. Mittlerweile werde sie extrem gemobbt, von Freundinnen, die sie jahrelang kannten.

Das war nur ein Ausschnitt aus einer mir zugetragenen Nachricht. Es geht mir hierbei nicht nur um die Denunziationen der “G├╝len-Anh├Ąnger”, sondern generell darum, was in diesen Situationen zu tun ist. Diese Dame erz├Ąhlt, dass sie sehr verzweifelt ist und sie nicht wei├č, was sie zu tun hat. Sie traue sich kaum noch raus zu gehen. Noch ein Beispiel von mir, das mir k├╝rzlich passiert ist:

Jeder, der mich als Blogger oder aus sozialen Netzwerken kennt, wei├č auch, was f├╝r Standpunkte ich vertrete. Meine Meinung ├╝ber die Spannungen in der T├╝rkei teile ich seit drei Jahren regelm├Ą├čig auf Facebook. Viele meiner Freunde aus meiner Liste kommentieren unter meinen Beitr├Ąge ebenfalls ihre Meinungen. Einige solidarisieren sich mit mir und andere bleiben da eher neutral. Soweit, so gut.

Unter einem dieser Beitr├Ąge hat┬ávor kurzem ein Facebook-Nutzer kommentiert, den ich aus meiner Jugend kenne. Unsere Eltern kennen sich im Grunde auch, aber seit wir aus der Gegend weggezogen sind, hatten wir jahrelang keinen Kontakt. Statt sich mit dem Beitrag auseinanderzusetzen, fing der Nutzer an, mich pers├Ânlich anzugreifen. Er drohte mir sogar, mich ├Âffentlich zu denunzieren und sagte, ich k├Ânne anschlie├čend keinen Schritt mehr in der Stadt machen. Man w├╝rde mich in Spucke ertr├Ąnken. Und er k├╝ndigte an, dass er mir ins Gesicht spucken w├╝rde, falls er mich auf der Stra├če sieht.

Nach langen Kommentaren hat er seine Drohung wahr gemacht und einen Screenshot von meinem Beitrag mit meinem Profilbild auf seiner Pinnwand ver├Âffentlicht. Als Beitrag ├╝ber dem Screenshot von mir hat er mich des┬áTerrorismus bezichtigt und mir vorgeworfen, ich w├╝rde gegen┬ádie T├╝rkei und Erdo─čan hetzen. In den Kommentaren haben seine Freunde, die ich ebenfalls aus meiner Jugend kenne, mit Beleidigungen, Pr├╝gel-Drohungen und Verleumdungen um sich geworfen. Was ist zu tun in solchen und ├Ąhnlichen Situationen?

Kommt es so weit, dass man in┬áden oben genannten Ausma├čen zur organisierten Zielscheibe wird,┬ásollte der erste Schritt der Gang zur n├Ąchsten Polizeiwache sein. Dort stellt man eine Strafanzeige wegen Bedrohung, Beleidigung, Verleumdung und unerlaubter┬áNutzung┬ávon Bildmaterial. Wenn es sich wie in meinem Fall um eine politische Angelegenheit handelt, ist es wichtig, dass man der Polizei die Zusammenh├Ąnge erkl├Ąrt, da┬ápolitisch motivierte Straftaten bei der Polizei┬áanders priorisiert werden.

Diese Woche habe ich erfahren, dass mein Fall beim Staatsschutz gelandet ist und nun die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen hat. Ich wurde erst als Zeuge vorgeladen, wobei ich meine Strafanzeige erg├Ąnzt habe.

Das Ziel solcher Hater ist es, Andersdenkende pers├Ânlich anzugreifen und zu kr├Ąnken. Daher meine Tipps an alle:

  1. Lasst euch nicht einsch├╝chtern
  2. Ihr seid nicht alleine
  3. Vertraut dem Rechtsstaat

Und denkt immer daran: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum! (Foto: Pixabay)