Ob in Ankara, Brüssel, Paris oder Abidjan: Die Serie der Terroranschläge reißt nicht ab. Menschen kommen ums Leben, Angehörige trauern, Bürger und Politiker diskutieren über die Folgen.

Die Mehrheit der Attentäter missbraucht die islamische Religion für ihre abscheulichen Taten, die Opfer sind in der Regel Muslime – wenn nicht physisch, dann psychisch. Sie geraten unter Generalverdacht, müssen sich oftmals von Taten distanzieren, die sie gar nicht befürworten.

In Berlin entsteht derzeit ein Projekt, das nicht spalten, sondern versöhnen will. Drei Religionen unter einem Dach, so das Motto. Das House of One hat jetzt eine Petition gestartet, die bisher von fast 73.000 Menschen unterzeichnet wurde. Ziel sind 75.000 Unterschriften.

„Für Frieden und Dialog – gegen Terror und Gewalt, gegen die Vorverurteilung und Instrumentalisierung der Religionen!“ heißt die Aktion, die an Ostern gestartet wurde und von Rabbiner Andreas Nachama, Imam Kadir Sancı und Pfarrer Gregor Hohberg erstunterzeichnet wurde.

„Ein Zeichen gegen die sinnlose Zerstörungswut der Mörder“

„Wir wollen und dürfen nicht sprachlos bleiben. Terror darf nicht das letzte Wort haben. Wir setzen dem Terror deshalb ein Zeichen des Friedens und der Verständigung zwischen den Menschen entgegen“, heißt es weiter im Erklärungstext der Petition.

Zu den Unterzeichnern gehört auch Christoph S., der seine Teilnahme mit folgenden Worten begründet: „Es ist das Wenigste, was ich tun kann, um solch eine kleine und doch so große und beispielhafte Aktion zu unterstützen, als ein Zeichen gegen die sinnlose Zerstörungswut der Mörder.“

Das House of One entsteht am Petriplatz am mittelalterlichen Gründungsort der Hauptstadt. Das weltweit einmalige Projekt soll eines Tages eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee unter einem Dach vereinen, die in ihrer Mitte mit einem zentralen Raum der Begegnung verbunden werden sollen. Finanziert wird es durch freiwillige Spenden.