Forscher an der University of Washington haben erstmals erfolgreich Experimente zur Steuerung von Geräten durch bloße Gedankenimpulse durchgeführt.

Man hat das Gefühl, einen Muskel neu entdeckt zu haben, nämlich das Gehirn. Es lässt sich zwischen den Ohren eine Kraft spüren, mit der man Dinge bewegen kann, ohne sie anzufassen.

Die Gedankenkraft wird in der physischen Welt immer sichtbarer, allerdings vorerst nur mithilfe von Gehirnstromgeräten. Die EEG-Technologie (Elektroenzephalografie), die wir aus der medizinischen Welt kennen und für die Diagnose von Gehirntumoren oder zumindest deren Ausschluss benutzen, kann mittlerweile auch für Computerspiele genutzt werden. Hierbei verwendet man lediglich seine Gedanken, um dem Spielpartner Befehle über ein Gehirnströmungsgerät zu senden, die dieser dann empfängt und per Hand ausführt. Durch eine fremde Hand wird dann der High-Score im Spiel gebrochen, die man selbst per Gedanken steuert.

Machbar ist dies laut dem Gehirnforscher Dylan Haynes schon lange, doch dieses Forschungswunder konnte bislang noch nicht kommerziell für den Endverbraucher nutzbar gemacht werden.

Der Einsatz macht Sinn bei Menschen, deren Gehirne und Gedanken zwar intakt sind, die aber ihre Hände nicht bewegen können. Eine Folge dessen kann jedoch eine unausgewogene Aktivierung des menschlichen Körpers sein, der über physische wie auch psychische Fertigkeiten verfügt. Gruselig erscheint zudem, dass die fremde Hand unfreiwillig auch dann aktiviert wird, wenn der Versuchspartner eine lila Kappe aufsetzt, welche die Magnetspule fixiert. Zum Einsatz kommen dabei Internet, ein EEG-Gerät und die Bedienungssoftware, die der Versuchspartner in einem völlig anderen Raum vom Sender der Gedankenströme nutzt, um Impulse zu empfangen.

Das Beruhigende daran ist jedoch, dass lediglich simple gedankliche Befehle zur Geltung gelangen können.

Der Informatiker Rajesh Rao und sein Kollege Andrea Stocco experimentierten in Fällen, wo nur eine Ein-Weg-Kommunikation möglich war, d.h. der Empfänger der Botschaft konnte nicht antworten, nur Befehle ausführen. Im nächsten Schritt wollen die beiden Wissenschaftler die Interaktivität mittels Gehirnströmung und ihrer Hilfsgeräte erreichen. Andrea Stocco ist ein Forschungsassistent und Professor in den Bereichen Kognition und Kognitive Dynamiken an der University of Washington.