Geiselnahme in Ingolstadt: Merkel sagt Wahlkampfauftritt ab

Die Regionalzeitung „Donaukurier“ berichtet auf ihrer Internetseite, dass ein 24 Jahre alter Mann, der eine Rathausangestellte gestalkt haben soll, sich im zweiten Stock des Alten Rathauses mit drei Geiseln verschanzt. Bei den drei Geiseln handelt es sich um den städtischen Beschwerdemanager, den Dritten Bürgermeister Sepp Mißlbeck sowie dessen Vorzimmerdame. Der Geiselnehmer ist den Angaben der Zeitung zufolge mit einer Pistole bewaffnet.

Mißlbeck ist Polizeiangaben zufolge wieder frei. Angaben darüber, wie der Kommunalpolitiker gerettet wurde oder ob er freigelassen wurde, machte die Polizei zunächst nicht. Die beiden anderen Geiseln befinden sich weiterhin in der Gewalt des Geiselnehmers. Beiden gehe es soweit gut, erklärte ein Polizeisprecher. 

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann eilte nach Ingolstadt. Vor Ort sind etwa 208 Polizisten und das SEK im Einsatz.

Über die Motive des Geiselnehmers gibt es bislang noch keine genauen Informationen. Der 24-Jährige hat dem Donaukurier zufolge Hausverbote für alle Rathäuser in Ingolstadt. Laut Polizei will er erreichen, dass ein „Bescheid“ aufgehoben wird – vermutlich ein Hausverbot.

Der für 17.00 Uhr geplante Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) auf dem inzwischen gesperrten Rathausplatz in Ingolstadt ist abgesagt worden. Dies teilte die CSU-Landesleitung mit. (dpa/dtj)