Katar Fußball Weltmeisterschaft 2022 - dpa

Entwicklungsminister Gerd Müller hält die Vergabe der Fußball-WM 2022 in das arabische Emirat Katar für ein „krasses Fehlurteil“. Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ sagte Müller weiter: „Wenn die Fifa klug ist, revidiert sie die Entscheidung.“ Es sei nicht mehr zeitgemäß, „eine Fußball-WM abgehoben von den Menschen zu machen und soziale und ökologische Standards zu ignorieren“.

Unter anderem prangerte der Minister in diesem Zusammenhang Sklavenarbeit bei der Errichtung der Sportstätten in Katar an. Der Großeil der Arbeiter, die in Katar die Stadien errichten, kommen aus Südasien und müssen oft unter widrigsten Bedingungen arbeiten.

Kritik auch an den Organisatoren der WM in Brasilien

Auch in anderer Hinsicht sei die Entscheidung nicht nachvollziehbar, führte Müller aus: „Was ist das für ein Signal zum weltweiten Klimaschutz, wenn Stadien mitten in der Wüste gebaut werden, die dann mit hohem Energieaufwand klimatisiert werden müssen?“ Kritik übte der Minister auch an den Organisatoren der in wenigen Wochen bevorstehenden WM in Brasilien. „Dort wurde in Manaus ein Stadion mitten im tropischen Regenwald gebaut, ohne die Nachnutzung zu klären.“ So etwas sei „unverantwortlich“.

Die umstrittene Fußball-WM in Katar sorgte bereits für mehrere heftige Debatten. So sollte das Turnier nach Angaben von FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke nicht im Sommer 2022 stattfinden. Stattdessen solle das Weltturnier „zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar“ ausgetragen werden, sagte Valcke am Mittwoch dem französischen Radiosender France Info. Die FIFA relativierte Valckes Aussagen wenig später. (kna/dtj)

 

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