Edirne Synagoge lädt Muslime zum Iftar ein. Edirne Synagoge lädt Muslime zum Iftar ein.
Edirne Synagoge lädt Muslime zum Iftar ein.

Die türkisch-jüdische Gemeinde verkündete vergangene Woche bei einer Pressekonferenz in der Großen Synagoge von Edirne, dass ein Iftar (Fastenbrechen) im anstehenden Ramadan organisiert wird.

Die Synagoge, die im März dieses Jahres nach Restaurierungsarbeiten seitens der Regierung wiedereröffnet wurde, gilt als der größte jüdische Tempel auf dem Balkan und als drittgrößte Synagoge in Europa. Es gilt sogar die Annahme, dass es sich dabei um das größte Restaurierungsprojekt für ein nichtmuslimisches Gotteshaus in der Türkei handelt. Nun sollen am 22. Juni die Muslime und Juden im Land zusammenkommen.

İshak İbrahimzadeh, Leiter der türkisch-jüdischen Gemeinde, sprach davon, dass sie glücklich seien, ein solches Fastenbrechen in der Synagoge veranstalten zu können. Juden hatten bereits zuvor derartige Zusammentreffen mit anderen Gemeinden veranstaltet. „Wir bereiten uns auf ein besonderes Event vor. Es wird mit einer Ausstellung von jüdischen Kleidungsstücken aus der Zeit des Osmanischen Reiches beginnen. Ein Chor, der vom Kulturministerium organisiert worden ist, wird dann Hymnen singen, anschließend folgt das Iftar. Unsere Gemeinde in Istanbul wird ihre Mitbürger bei diesem Abendessen begleiten. Wir planen zudem ein weiteres Iftar außerhalb der Synagoge.“

Zudem hätten sie den stellvertretenden Ministerpräsidenten Bülent Arınç eingeladen, der die Synagoge im März eingeweiht hatte.

Die Große Synagoge von Edirne, die auch als Kal Kadoş Ha Gadol bekannt ist, ist auch Anziehungspunkt für Juden aus nicht-türkischen Städten, da Edirne keine große jüdische Bevölkerung hat. Die Synagoge wurde 1907 gebaut. Anfang des 20.Jahrhunderts wurden 13 Synagogen in Edirne in Brand gesetzt. Bis 1983 wurde diese Synagoge genutzt, doch aufgegeben, als die Anzahl der türkischen Juden in Edirne zunehmend sank.

2011 wurde mit den vierjährigen Restaurierungsarbeiten begonnen, an denen jüdische Architekten beteiligt waren.