Bei Gefechten zwischen militanten Kämpfern und der ägyptischen Armee auf der Sinai-Halbinsel sind Dutzende Menschen getötet worden. In der Stadt Scheich Suweid starben bei fünf Angriffen auf Kontrollposten des Militärs und darauffolgenden Kämpfen zehn Soldaten und mindestens 22 „Terroristen“, wie die staatliche Zeitung „al-Ahram“ online unter Berufung auf einen Armeesprecher berichtete. Quellen aus Sicherheitskreisen sprachen sogar von mindestens 30 toten Soldaten, 50 Verletzten und einer Autobombe, die explodiert sei.

Im Norden und im Zentrum des Sinais ist die militante Organisation Ansar Beit al-Makdis aktiv, die Ende des Vorjahrs dem Anführer der Terrormiliz IS die Treue geschworen haben soll. Auf dem Sinai greift sie immer wieder Wachposten, Streifen und Lager der ägyptischen Sicherheitskräfte an.

Erst am Montag hatte ein Bombenanschlag in Kairo den ägyptischen Generalstaatsanwalt Hischam Barakat getötet. Als Folge will Präsident Abd al-Fattah al-Sisi die Prozesse gegen vermeintliche Terroristen beschleunigen. In den nächsten Tagen würden die Gesetze für Strafverfahren geändert, um Urteile schneller fällen zu können, sagte al-Sisi am Dienstag bei der Trauerfeier für den tags zuvor getöteten Barakat. Details zu dem Vorhaben nannte Al-Sisi nicht.

„Wir werden keine fünf oder zehn Jahre damit verbringen, den Menschen den Prozess zu machen, die uns umbringen“, erklärte Al-Sisi. Diese gäben aus dem Gefängnis heraus entsprechende Befehle. Die ägyptische Regierung machte in der Vergangenheit die verbotene Muslimbruderschaft für Anschläge verantwortlich und bezeichnet ihre Anhänger als Terroristen. In seiner Rede am Dienstag erwähnte Al-Sisi sie jedoch nicht direkt. Die Bruderschaft bestreitet dagegen, Gewaltverbrechen zu verüben.

Al-Sisi kündigte zudem die Vollstreckung von Todesurteilen und lebenslangen Haftstrafen an. In Ägypten wurden Dutzende Todesstrafen gegen Mitglieder der Muslimbruderschaft verhängt, seit das Militär 2013 den damaligen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt hatte. Auch gegen Mursi selbst wurde kürzlich ein international kritisiertes Todesurteil wegen eines Gefängnisausbruchs bestätigt. (dtj/dpa)