Er ist der türkische Superstar schlechthin. Nicht erst seit seinem Wechsel zum FC Barcelona kennt man Arda Turan überall in Europa. Mit seinem mittlerweile für ihn typischen Vollbart und seiner emsigen Spielweise hat er es bis zum für viele Fans besten Klub der Welt gebracht.

Gewechselt ist er dorthin auch, um seine Karriere zu krönen. Meister ist er sowohl in der Türkei als auch in Spanien mit Atletico Madrid geworden. Auch den Pokal hat er in beiden Ländern gewonnen. Mit Madrid holte er 2012 zudem die Europa League und den Supercup. Doch im Sommer war er der Meinung, dass mit Atletico nicht mehr möglich ist und brach auf nach Barcelona. Mit mehr ist vor allem der Gewinn der Champions League gemeint.

Noch nicht so richtig angekommen

Trotz einiger Tore und Vorlagen ist er dort noch nicht so richtig angekommen. Er pendelt zwischen Startelf und Reservebank, was kein großes Wunder bei der Ansammlung an (Welt-)Stars ist. Mit ein Grund für seine bisher ausgebliebene Leistungsexplosion dürfte aber auch die Sperre in der Hinrunde sein, die ihn für ein halbes Jahr zum Zuschauen verdammte.

Dennoch hätte er sicherlich nichts dagegen gehabt, in dieser Saison die Champions League zu gewinnen. Doch ausgerechnet sein Ex-Klub Atletico machte ihm am gestrigen Abend einen Strich durch die Rechnung.

Madrid-Fans pfeifen ihren Ex-Liebling aus

In einer taktischen Meisterleistung führte Coach Diego Simeone seine Elf zu einem 2:0-Erfolg und damit ins Halbfinale. Schon im Hinspiel hatte das Team aus der spanischen Hauptstadt dem Titelverteidiger arge Probleme bereitet. Etwas glücklich gewann Barça dank Suarez noch mit 2:1. In beiden Partien wurde Turan recht spät eingewechselt. Groß etwas ausrichten konnte er nicht mehr. Dass ihn die Atletico-Fans bei jeder Ballberührung auspfiffen, dürfte nicht leistungssteigernd gewirkt haben.

Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und einem gut aufgelegten Griezmann, der in Abwesenheit des gesperrten Torres beide Tore erzielte, wurde das Starensemble von Barcelona in seine Einzelteile zerlegt.

Gelingt Arda Turan mit der Türkei eine Sensation wie 2008?

Turan, der in Madrid einer der Topstars war und immer spielte, kommt in seinem neuen Team derzeit nicht über den Status eines regelmäßig eingesetzten Ergänzungsspielers hinaus. Es ist aber viel zu früh, um zu spekulieren, ob er seinen Wechsel bereut.

Zwei Titel kann er in dieser Saison schließlich noch gewinnen. In der Liga liegt Barça sechs Spieltage vor Schluss in der Pole Position, im Pokal kommt es im Finale zum Duell mit Sevilla.

Wie es mit Turan in den nächsten Wochen weitergehen wird, interessiert die türkischen Fans besonders mit Hinblick auf die EM in Frankreich. Als Kapitän der türkischen Nationalmannschaft will er ähnlich wie 2008 für Furore sorgen. Mehr Spielzeit und Tore und Vorlagen in den nächsten Wochen wären dafür sicherlich hilfreich. Zu gönnen wäre es ihm.