Gezi-Park wieder eröffnet – „Er gehört allen Istanbulern“

Gut drei Wochen nach der gewaltsamen Räumung durch die Polizei haben die Behörden den seitdem abgeriegelten Gezi-Park am Istanbuler Taksim-Platz wieder für das Volk geöffnet. Istanbuls Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu sagte bei der Eröffnung am Montag lokalen Medienberichten zufolge, illegale Versammlungen im Park würden nicht geduldet. Mit Blick auf das Protestbündnis „Taksim Solidarität“ fügte er hinzu, der Park gehöre nicht einzelnen Gruppen, sondern allen Menschen in Istanbul.

Gerüchte, wonach es während des morgen beginnenden islamischen Fastenmonats Ramadan im Gezi-Park Iftar-Zelte geben werde und der Park deswegen eröffnet wurde, dementierte der Gouverneur.

Der Gezi-Park ist zum Symbol für die landesweiten Proteste in der Türkei geworden. Sie hatten sich an Regierungsplänen entzündet, eine der letzten Grünflächen im Stadtzentrum zu bebauen, und dauern seit Ende Mai an. Inzwischen richten sich die Proteste vor allem gegen den autoritären Regierungsstil von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan. Zuletzt war die Polizei in Istanbul am Samstag mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Tausende Demonstranten vorgegangen, die zum Gezi-Park gelangen wollten. (dpa/dtj)