Es gibt eine Sache, die fast alle Menschen lieben, und das ist Nutella! Ob Groß oder Klein, jeder liebt es in den verschiedensten Variationen, ob auf Brot, mit Obst oder neben Eis. In der Werbung schwärmt man von den köstlichen Haselnüssen, die bei der Herstellung verwendet werden. Wussten Sie aber, dass diese Haselnüsse aus Giresun stammen?

Aber nicht nur für ihre Haselnüsse ist die Provinz an der Schwarzmeerküste bekannt, auch für Leder, Bauholz und Kirschen. Der Name Giresun soll nämlich von dem griechischen Wort Kerasion (κεράσιον) abgeleitet worden sein, was ‘Kirsche’ bedeutet. Die Geschichte besagt außerdem, dass der römische Feldherr Lucullus eine gute Sorte Kirschen aus der Gegend nach Rom gebracht haben soll, wonach man diese Stadt schließlich benannte. Außerdem soll das Aksu Kultur-und Kunstfestival in Giresun mythische Einflüsse haben. Wirft man hier (vom 20.-23. Mai) einen Stein in den Aksu-Fluß, so soll man mit Glück beschenkt werden. Der Brauch entstand aufgrund einer Liebesgeschichte. Es hieß, dass die schöne Königstochter die Heirat mit allen in Frage kommenden Rittern verweigerte, da ihr Herz dem Hirtenjungen gehörte, der jeden Tag am Berghang saß. Als der König dies herausfand, ließ er den Jungen vor einem Kloster hängen. Aus Trauer erhängte sich die Königstochter ebenfalls am Turm des Klosters. Daher entwickelte sich mit der Zeit der Brauch, dass vor allem junge Mädchen Steine ins Wasser warfen, um ihre zukünftige Liebe zu finden.

Giresun bietet aufgrund seiner geografischen Lage ein wunderschönes Bild. Die Stadt liegt idyllisch auf einem ins Meer hineinragenden Felsvorsprung und ist von einem großartigen Bergpanorama umgeben. Während man durch die bunte Altstadt spaziert, sieht man im Hintegrund das Gebirge mit einer Burg, Almen und den Haselnussplantagen. Überall bekommt man die Möglichkeit Spezialitäten der Stadt zu kosten. Wie oben erwähnt gehören selbstverständlich Haselnüsse und Kirschen dazu, außerdem aber auch Deri Peynir (eine Käsespezialität) sowie Hamsi (Sardellen), der nur im Winter gefischt wird, sowie verschiedene Gerichte mit Schwarzkohl.

Giresun ist kein typischer Touristenort und daher umso interessanter für Besucher aus dem Ausland. Sowohl für Wanderlustige, Badeurlauber als auch Kulturliebhaber ist hier etwas dabei.

Byzantinische Festung Giresun

Die byzantinische Burg Giresun, Giresun Kalesi, ist das Wahrzeichen der Stadt und befindet sich auf dem Burgberg. Der Aufstieg dorthin lohnt sich allemal, um sich den einzigartigen Ausblick auf das himmelblaue Meer nicht entgehen zu lassen. Das Restaurant, das sich ebenfalls dort befindet, gibt Ihnen die Möglichkeit die Spezialitäten der Stadt zu kosten. Für Kinder gibt es außerdem einen Spielplatz. Der Legende nach soll es hier außerdem eine versteckte Höhle geben, in der sich eine Kirche befindet, in welche 1.500 Menschen passen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gelangt man problemlos dorthin. Außerdem befindet sich auf der Burg das Grab des Leibwächters von Mustafa Kemal Atatürk, Osman Ağa, der aus Giresun stammt. In der Nähe der Burg befindet sich das Giresun Museum. Es stammt aus dem 18.Jahrhundert und wurde von einer Kirche in ein Archäologisches Museum umgebaut. Es bietet zahlreiche Artefakte aus der Zeit des Osmanischen Reiches.

Giresun muzesini toplam 9220 kisinin gezdi

Kulakkaya Plateau

Das Kulakkaya in Giresun ist ein 1500 Meter hoher Berg. Sein Name beduetet Ohr Felsen. Er liegt 45 km südlich der Stadt und wird unter anderem für den Wintersport genutzt. In der Nähe liegen warme Quellen. Touristen, die sich nach Giresun begeben, fahren als erstes an diesen Ort. Aufgrund seiner idyllischen Lage mit den grünen Wiesen, die von einem einzigartigen Bergpanorama umrandet sind, ist es der perfekte Ort zum Picknicken oder zum Wandern. In der Umgebung befinden sich außerdem viele Hotels und Restaurants.

Kulakkaya Yaylası doğal güzellikleri ile göz kamaştırıyor

Kufa Brunnen und Nationales Garten Tor

Der Kufa Brunnen soll aus der Zeit des Königreiches Pontus stammen. Der Brunnen wurde aufgrund der Notwendigkeit von Wasser wieder geöffnet. Legenden zufolge soll er geheime Wege versteckt halten. Der Brunnen ist zwei Meter breit, 80 cm hoch und acht bis neun Meter tief. Sie gilt bis heute noch als Heilquelle.

Das Nationale Garten Tor steht vor dem Provinzhaus und wurde aus Felsbrocken gebaut. Den drei Inschriften an der Tür kann man entnehmen, dass es von dem ehemaligen Bürgermeister Ziya Bey und vom Kapitän Yorgi gebaut wurde.

Seyyid Vakkas Grabmal, Kale Moschee und Hacı Hüseyin Moschee

Das Grab von Seyyid Vakkas wurde im 15.Jahrhundert gebaut und das Grabmal entstand im 19.Jahrhundert. Seyyid Vakkas war ein Befehlshaber, der während der Eroberung Giresuns durch Fatih Sultan Mehmet seinen Mut bewies und einen Märtyrertod starb.

Die Kale Moschee ist ein ansehnliches Bauwerk. Zwei Inschriften an der Moschee zeigen, dass sie aus dem Jahr 1830 stammt. 1912 wurde sie von El-Hajj Mustafa Mahmoud Zadeh erneuert.

Die Hacı Hüseyin Moschee ist die älteste Moschee und wurde 1594 von Çobanoğlu Hacı Hüseyin errichtet.

Kale Moschee in Giresun

Die brüllenden Löwenstimmen von Giresun

In Giresun wimmelt es nur so von Mythen und Legenden. Vor allem treten diese an Feiertagen in den Vordergrund. Ebenso wie in Rize, ist auch hier der Horon der Volkstanz, ein Tanz, der von den Griechen stammt. Während die Menschen in ihren Trachten diesen Tanz eröffnen, ertönen stolze Volkslieder von den Helden Giresuns.

Auf der einen Seite ein grünes Dorf

Die Festung auf der anderen…

Giresun erhebt die Stimme

Man singt Heldenlieder und tanzt dazu den Horon.

Der Hamsi schaut mit seinen Augen

Vom Strand schauen die Fischer…

Die Reigen des Horon

Singen ein Volkslied, mein Schatz:

„Die Nuss der Hasel“

„Mein Schatz, esse ich nicht ohne dich“

„Heute sah ich meinen Schatz“

„Sterbe ich nun, so ist mir nicht gram“

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