Goekdeniz Karadeniz, der Stürmer vom russichen Fußballclub Rubin Kazan, freut sich nach einem Treffer.

Türkische Fußballer und das Ausland: So wirklich passte das in den letzten Jahren nicht immer zusammen. Das beste Beispiel ist der „Bulle vom Bosporus“ Hakan Şükür, der sich weder in Italien noch England dauerhaft durchsetzen konnte. Aber es gibt auch Beispiele, bei denen es klappte. Emre Belözoğlu (Inter Mailand und Newcastle United), Nihat Kahveci (Real Sociedad San Sebastian, Villareal) und Tugay Kerimoğlu (Blackburn Rovers) zählten zu den Leistungsträgern und Stars in ihren Teams. Aktuell steht Arda Turan von Atletico Madrid im Fokus, doch abseits der großen Ligen gibt es noch einen türkischen Fußballer, der im Ausland seit Jahren recht erfolgreich ist: Gökdeniz Karadeniz.

Der 33-jährige zeigt keine Spur von Schwäche und auch das Karriereende steht nicht zur Debatte. Ganz im Gegenteil, Rubin Kazan, der Verein aus Tatarstan, verlängerte den Kontrakt seines flinken Mittelfeldspielers um weitere zwei Jahre bis 2016.

Seit 2008 spielt nun der Ex-Trabzonspor-Kicker in der russischen Premjer-Liga bei Rubin Kazan und fühlt sich rundum wohl in seiner Wahlheimat: „Rubin Kazan hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Ich könnte mir vorstellen, bis an mein Lebensende hier zu spielen, weil Rubin für immer mein Verein bleiben wird.“ Karadeniz wurde unter anderem auch zum Mannschaftskapitän befördert und hat sich durch seine kontinuierlich starken Leistungen ein gutes Standing erarbeitet.

Vorliebe für türkische Fußballer

Rubin Kazan ist dafür bekannt, gerne türkische Spieler unter Vertrag zu nehmen. Ein Jahr bevor Karadeniz seine Zelte in der tatarischen Hauptstadt aufschlug, probierte sich bereits Hasan Kabze – ehemaliger Stürmer von Galatasaray – am Abenteuer Rubin und kam zwischen 2007 und 2010 auf 53 Einsätze. Auch Fatih Tekke, der vorher vier erfolgreiche Jahre beim Ligakonkurrenten Zenit St. Petersburg hatte, entschied sich 2010 für einen Tapetenwechsel und ging zu Rubin. Der Süper-Lig-Torschützenkönig von 2005 brachte es jedoch nur auf fünf Einsätze in Kazan.

Ebenfalls noch bei Rubin Kazan unter Vertrag steht Gökhan Töre, der aktuell für ein Jahr auf Leihbasis beim türkischen Traditionsklub Beşiktaş spielt. Der gebürtige Kölner wurde 2012 vom Hamburger SV verpflichtet, konnte in Russland jedoch nicht Fuß fassen und findet momentan bei den Schwarzen Adlern zu alter Stärke zurück. Anpassungsprobleme hatte Gökdeniz Karadeniz keine. Der technisch versierte Dribbler schlug sofort ein, nachdem er für eine Ablösesumme von 8,7 Millionen Euro aus Trabzon verpflichtet wurde.

International erfolgreich, aber nicht in der Nationalmannschaft dabei

Gökdeniz Karadeniz – im Volksmund auch häufig der „türkische Maradona“ genannt – hat schon 197 Spiele für Rubin Kazan auf dem Buckel, in denen er 35 Tore erzielte und 39 Treffer vorbereitete. Auf europäischer Bühne hat der Flügelspieler dem einen oder anderen Spitzenklub schon mal das Leben schwer gemacht. Beim Champions-League-Auswärtssieg (2009) im Camp Nou schoss er den 2:1-Siegtreffer und schrieb mit Rubin Geschichte. Auch Inter Mailand, Atletico Madrid und der FC Chelsea machten in der letzten Europa-League-Saison Bekanntschaft mit Gökdeniz, als diese renommierten Klubs sich gegen den russischen Vertreter geschlagen geben mussten und Gökdeniz jeweils einmal traf.

Seinen letzten Einsatz für die türkische Nationalmannschaft hatte der in der türkischen Schwarzmeerprovinz Giresun geborene Offensivmann 2008 im EM-Halbfinale gegen Deutschland. Seitdem er bei Rubin Kazan unter Vertrag steht, wurde er also kaum mehr eingesetzt, obwohl viele Fans auch in letzter Zeit trotz seines fortgeschrittenen Alters lautstark eine Nominierung forderten. Karadeniz, der 50 Mal für die Türkei auflief, verzückte die türkischen Anhänger besonders beim 4:1-Triumph im Rahmen eines EM-Qualifikationsspiels in Griechenland. Gegen den Erzrivalen umdribbelte er die komplette griechische Verteidigung samt Sotirios Kyrgiakos, den er per Beinschuss alt aussehen ließ und im Anschluss das vierte Tor beim historischen Sieg in Athen erzielte.