Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan legt am 07.12.2017 in Athen (Griechenland) einen Kranz am Grab des unbekannten Soldaten ab. Foto: Kayhan Ozer/Presidency Press Service/AP/dpa
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Am zweiten Tag seines Griechenlandbesuchs ist der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan von Athen zur griechisch-türkischen Grenzregion in West-Thrakien geflogen. Erdogan besucht dort am Freitag die muslimische Minderheit Griechenlands, wie das griechische Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Diplomaten und die Regierung in Athen beobachten mit großem Interesse diesen Teil des Erdogan-Besuchs in Griechenland. Erdogan und Ankara verstehen sich nämlich als Beschützer dieser «Landsleute» – wie der türkische Staatspräsident sie nennt.

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Am Vortag hatte Erdogan Änderungen im Vertrag, der die Grenzen zwischen Griechenland und der Türkei regelt, und eine Verbesserung der Rechte der Minderheit in West-Thrakien gefordert. Athen hatte Vertragsänderungen abgelehnt und die Minderheit als innere Angelegenheit bezeichnet.

In West-Thrakien leben Schätzungen zufolge gut 100 000 Griechen muslimischen Glaubens. In ihrer Mehrheit verstehen sie sich als ethnische Türken. Ein anderer Teil sind Pomaken – ein Ur-Volk, das Jahrtausende in der Region lebt. Ein kleinerer Teil sind Roma.

Athen und Ankara hatten 1923 vereinbart, dass diese muslimische Minderheit sowie eine orthodox-christliche in Istanbul von einem allgemeinen Bevölkerungsaustausch ausgenommen werden. Die christlich-orthodoxe Minderheit in Istanbul ist inzwischen von mehr als 100 000 in den 1950-er Jahren auf weniger als 3000 Menschen geschrumpft.

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dpa/dtj
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