Griechenland als Hinterland für Linksextremisten? Athen bietet bis zu vier Millionen Euro für Hinweise, die zur Festnahme gewalttätiger Extremisten führen.

Die griechische Regierung spricht von einer gestiegenen Terrorgefahr im Land. Der Terrorismus und seine Bekämpfung seien für Griechenland eine „große Herausforderung“, sagte der Minister für Bürgerschutz, Nikolaos Dendias, vor Journalisten in Athen am Mittwoch. Ganz oben auf der Liste der Gesuchten stehe der gefährliche Links-Terrorist Christodoulos Xiros, hieß es.

Xiros, ein Killer der Terrororganisation „17. November“ (17N), war Anfang Januar während eines Hafturlaubs untergetaucht. Am Montag hatte er im Internet weitere Anschläge und einen „Partisanenkampf mit der Waffe in der Hand“ angekündigt. Gesucht werden zudem die Täter eines Angriffs mit zwei Sturmgewehren auf die Residenz des deutschen Botschafters am 30. Dezember 2013 in Athen. Damals wurde niemand verletzt.

„Wir haben ein Terrorproblem“

Xiros war 2003 von der griechischen Justiz zu sechs Mal lebenslanger Haft verurteilt worden. Weitere vier Killer seiner Terrororganisation sowie ihr Chef erhielten damals ebenfalls mehrmals Lebenslänglich. Sie hatten zwischen 1975 und 2000 in Griechenland insgesamt 23 Menschen ermordet.

Experten vermuten, dass Xiros Verbindungen zur neuen griechischen Terrorszene hat. Nach einigen Erfolgen der Polizei der vergangenen Jahre hätten sich terroristische Untergrundorganisationen des linken Spektrums neu formiert. „Wir haben ein Terrorproblem“, gestand der griechische Minister für Bürgerschutz, Nikolaos Dendias, Anfang Januar im Fernsehen.

Auch türkische Terroristen der linksextremistischen Terrorgruppe Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (Devrimci Halk Kurtuluş Partisi-Cephesi, kurz DHKP/C) nutzen Griechenland lange Zeit als Rückzugsraum.