Großbrand in Backnang wohl von Zigaretten ausgelöst

Die Brandkatastrophe von Backnang mit acht Toten ist entgegen erster Annahmen wohl versehentlich von den Bewohnern selbst ausgelöst worden. Ein zunächst vermuteter technischer Defekt könne inzwischen ausgeschlossen werden, sagte der Leiter der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, Siegfried Mahler, am Donnerstag in Stuttgart. Auch für Brandstiftung gebe es keine Hinweise. Das hätten auch Sachverständige des Forensischen Instituts Zürich bestätigt.

„Es gibt Anhaltspunkte für eigenes Verschulden der Großmutter“, sagte der Leiter der Kriminalpolizei Waiblingen, Thomas Schöllhammer. In der Familie sei viel geraucht worden. Das Feuer sei im Bereich der Schlafcouch der Großmutter ausgebrochen. Die Frau äußere sich gegenüber den Ermittlern nicht zum Hergang.

Bei dem Feuer vor rund vier Wochen waren eine aus der Türkei stammende 40 Jahre alte Frau und sieben ihrer zehn Kinder ums Leben gekommen. Die Großmutter, ein Sohn der Frau sowie dessen Onkel konnten sich aus dem brennenden Gebäude retten. Die Oma war noch am Tag nach der Brandnacht wieder an die Unglücksstelle zurückgekehrt.

Unter anderem hatte die Polizei einen Holzofen – die einzige Heizquelle in der maroden Wohnung – sowie elektrische Leitungen als mögliche Brandursache in Betracht gezogen. Die Opfer waren zur Bestattung in die Türkei überführt und dort erneut obduziert worden.

Von türkischer Seite hatte es unter anderem Kritik daran gegeben, dass die Polizei ziemlich schnell einen fremdenfeindlichen Anschlag ausgeschlossen hatte. So hatte der türkische Vizeministerpräsident Bekir Bozdağ getwittert: „Von Deutschland erwarten wir, den wahren Grund des Brandes ohne Platz für Zweifel aufzuklären und der Öffentlichkeit mitzuteilen“.

Am Wochenende hatte es erneut in einem Kölner Mehrfamilienhaus einen Brand gegeben, bei dem zwei Menschen starben. Die Brandursache dort ist auch noch ungeklärt, doch seit kurzem steht fest, dass es keine Hinweise auf Brandbeschleuniger gibt. Ausgeschlossen werden könne Brandstiftung dennoch nicht, so die Ermittler. (dpa/dtj)