Archiv: Reuters

Vor der Fortsetzung des Prozesses gegen die «Cumhuriyet»-Mitarbeiter in der Türkei fordert der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff von der Bundesregierung mehr Einsatz für seine inhaftierten Kollegen. Er erwarte, dass von «höchster Staatsseite her deutliche Intervention stattfindet». Um Erdogan unter Druck zu setzen, und die Freilassung von Deniz Yücel und anderen inhaftierten Kollegen zu erreichen, könne man etwa wirtschaftliche Maßnahmen treffen, wie die Hermes-Bürgschaften aufkündigen, sagte Wallraff. Außerdem forderte er am Montag den Stopp von Rüstungsexporten in die Türkei.

Wallraff: Verhandlungen mit Erdogan sind auch wichtig!

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sei «ein Mann, der nur über Stärke, über Einschüchterung seine Politik durchsetzt. Und wenn er merkt, dass dem was entgegengesetzt werden kann, dann kann mehr erreicht werden», sagte Wallraff. Er betonte aber auch, dass Verhandlungen wichtig seien. Die Türkei unter Erdogan entwickle sich zu einem «islamo-fachistischen Regime», warnte er.

Wallraff will Cumhuriyet-Prozess verfolgen

Wallraff war in die Türkei gereist, um am Dienstag den Prozess gegen 18 Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» zu beobachten. Vier der «Cumhuriyet»-Mitarbeiter sitzen noch in Untersuchungshaft. Wallraff sagte, er habe «großen Respekt» vor seinen türkischen Kollegen, die die «letzte Bastion der unabhängigen Meinungsfreiheit halten.»

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dpa/dtj