Zur Feier zum 54-jährigen Bestehen des türkischen Verfassungsgerichts fanden sich auch Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und CHP-Vorsitzender Kemal Kılıçdaroğlu ein. Dabei kam es zum Eklat, als Erdoğan dem Oppositionsführer den Handschlag verweigerte.

Kılıçdaroğlu wurde im Anschluss zu dem Vorfall befragt. „Dass der Herr Staatspräsident mir nicht die Hand gibt, muss man nicht weiter hochkochen. Auf diesem Boden haben Menschen wie Rumi, Hacı Bektaşı Veli und Yunus Emre gelebt und gewirkt. Von ihnen haben wir gelernt, dass man keinen Groll hegen soll. Dass Groll und Hass keine dem Menschen würdige Eigenschaften sind. Ich komme aus dieser Tradition und diesem Glauben. Sowohl meine Hände als auch mein Herz sind rein. Wer Hass in seinem Herzen züchtet, den sollte man nicht als Menschen sehen.“

Zwischen Erdoğan und Kılıçdaroğlu kam es in der jüngeren Vergangenheit mehrmals zu Zwischenfällen. Im letzten Jahr hatte der Präsident den CHP-Chef nicht mit der Regierungsbildung beauftragt, weil dieser „die Adresse des Präsidentenpalastes“ nicht kenne. Kılıçdaroğlu betont, dass der Ak Saray „illegal“ errichtet worden sei.

Darüber hinaus hat Erdoğan kürzlich Kılıçdaroğlu wegen Präsidentenbeleidigung angeklagt.