Alte Farbeimer liegen in einem Container auf dem Gelände eines Recyclinghofs. In der Europäischen Union wurde in den vergangenen Jahren einem Bericht des Rechnungshofs zufolge immer mehr gesundheits- und umweltschädlicher Müll produziert. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die EU will in Zukunft weniger Müll in Drittländer schicken. Bislang ging mehr als ein Drittel der Abfälle in die Türkei. Die Regeln dafür sollen nun angepasst werden.

Zum Schutz von Umwelt und Gesundheit hat sich das Europäische Parlament für strengere Regeln beim Export von Müll ausgesprochen. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Dienstag in Straßburg weitgehend für einen entsprechenden Reformvorschlag der EU-Kommission.

Demnach sollen EU-Staaten künftig weniger Müll in Drittländer exportieren, wie das Parlament mitteilte. Das Parlament und die EU-Staaten müssen nun über das Gesetz verhandeln, bevor es in Kraft treten kann.

Export-Verbot für gefährliche Abfälle

Dem Vorschlag des Parlaments zufolge soll Müll künftig nur noch in Länder außerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) exportiert werden, die beweisen können, dass der Abfall umweltfreundlich verarbeitet wird. Für Müll, der in der EU bleiben muss sowie für gefährliche Abfälle soll es ein explizites Export-Verbot für bestimmte Regionen geben.

Im Jahr 2020 sind Angaben der Kommission zufolge rund 33 Millionen Tonnen Abfall aus der EU exportiert worden, rund die Hälfte davon in Länder außerhalb der OECD. Ein Großteil des Mülls ging in die Türkei, nämlich fast 14 Tonnen. Insgesamt seien vor allem Metallschrott sowie Papier-, Plastik-, Textil- und Glasmüll außerhalb der EU entsorgt worden.

dpa/dtj