Leyla Zana
Leyla Zana

Die HDP-Politikerin Leyla Zana hat sowohl die Türkei als auch die PKK aufgerufen, die Gewalt zu beenden. Andernfalls wolle sie – so wörtlich – mit dem ‚Todesfasten‘ beginnen.

Zana sprach auf einer Kundgebung ihrer prokurdischen Partei in Idil in der Provinz Şırnak. Sie beklagte sich darüber, dass jene, die mit Kandil sprechen (gemeint ist die PKK) die gewählten Abgeordneten im Parlament als Ansprechpartner nicht akzeptieren.

Zana sagte: „Wir möchten, dass die Menschen die gleichen Rechte haben, wie unsere Geschwister in Bursa (Stadt in der Westtürkei) sie haben. Seit annähernd einem Monat habe ich nach reichlichem Überlegen einen Entschluss gefasst. Wir sterben seit hundert Jahren im Kampf. Verteidigen uns selbst. Jetzt reicht es. Durch Töten und Sterben werden wir unsere Gesellschaft, unser Gewissen, unsere Zukunft dem Verderben zuführen.“

„Es reicht!“

Zana weiter: „Ich rufe alle Seiten, die Waffen in der Hand halten, auf: Auch wenn ich niemanden zwingen kann, auf meine Worte zu hören, über meinen Körper verfüge ich doch. Ich ziehe es vor zu sterben, als dem Töten zuzusehen. Wenn das Sterben nicht aufhört, werde ich mit dem Todesfasten anfangen.“ Alle, die sie kannten, wüssten, dass sie das, was sie sage, auch einhalte. Sie schloss mit den Worten: „Es reicht jetzt. Anstelle der Jugendlichen sollten wir sterben.“

Die 54-jährige Politikerin ist eine bekannte kurdischstämmige Politikerin. Wegen Separatismusvorwürfen saß sie lange Jahre in Haft. Als Parlamentarierin genießt sie Immunität. Nach einer Abwahl drohen ihr aber weitere Jahre hinter Gittern.