Letzte Woche berichtete ich über den 5. Bundesfachkongress Interkultur in Mannheim. Am letzten Tag dieses Kongresses wurde ich gefragt, was denn

Heimat

für mich

bedeute.

Klar wurde ich das nicht zum ersten Mal gefragt. Lange wusste ich nicht, was ich darauf antworten soll. Irgendwann fühlte ich, dass ich mich genau DA beheimatet fühle, wo ich mich nicht rechtfertigen muss, nicht erklären muss, ich sein kann, wie ich bin, mit allem, was mich ausmacht.

Als ich also nach meiner Heimat-Definition gefragt wurde, sollte ich in einem Satz antworten. Ich antwortete also erneut, dass Heimat für mich DER Ort sei, an oder in dem ich mich nicht rechtfertigen müsse. So wie Herder ja auch schon mal sagte – wie Frau Öney uns zu Beginn des Kongresses erinnerte.

Doch eigentlich

passen

Heimatgefühle

nicht

in einen Satz. Erst recht nicht in eine Zeile.

Heimatgefühle entstehen an unterschiedlichen Orten. Aber nicht zwangsläufig an geographischen.

Manchmal sind es Gedanken. Manchmal Gefühle. Oft sind es Bücher, manchmal Lieder. Manchmal ist es mein Tagebuch. Manchmal die Bibliothek. Oft sind es Menschen, die mich beheimatet fühlen lassen.

Heimat ist nicht greifbar. Nur erlebbar. Tief in einem. Ganz lebendig. Fast schon so, wie wenn die Seele tanzen würde.

Heimatgefühle haben aber nicht nur eine Gruppe von Menschen. Diese Gefühle sind universell. Jedoch füllen diese Begriffe verschiedenste Gruppen von Menschen. Aber eigentlich auch nur einzelne Individuen dieser Gruppen. So löst sich allmählich der Gedanke von „Gruppen“ auf. Und was übrig bleibt, ist man(n) selber. Ist frau selber. Deshalb auch die Kleinschreibung von mann und frau.

So ergeben sich also diese Heimat_en. Der Plural von Heimat – den es laut Jagoda Marinic im Duden noch nicht gibt. Aber den es zu auferstehen gilt. Ja, richtig gelesen: „zu auferstehen gilt“ – von uns Akteuren. Nicht er selber wird auferstehen. Und nur das, was es bereits gab, kann auferstehen. Ist also im Grunde auch keine Neuschöpfung. Wir müssen es nur neu entdecken. Um der Menschheit willen. Um des Friedens wegen.

So möchte ich hier auf diesem Blog Geschichten verschiedener Menschen, denen ich begegne, eine Stimme geben. Denn Akteure sind es, die Strukturen aufbrechen. NEue Strukturen etablieren. Hierzu mobilisieren. Ermutigen. Stärken. Für ein gemeinsames Hier und Jetzt. Für ein friedliches Zusammenwirken.