Der Himmel spielt in allen Kulturen und Religionen eine wichtige Rolle. Er steht als Metapher für das Reine, für die Hoffnung und für das Paradies. Nach dem Tod eines Menschen ist die Annahme verbreitet, dass er in den Himmel aufsteige.

Einer, der bereits zu Lebzeiten eine Himmelfahrt antrat, ist nach muslimischer Überzeugung der Prophet Muhammad. Diesem Ereignis, dem Al-Miradsch, wird heute in der muslimischen Welt gedacht. Dem Koran zufolge stieg Muhammad einige Jahre vor der Auswanderung nach Medina (622 n.Chr.) vom Felsendom in Jerusalem aus in den Himmel hinauf. Dabei überschritt er die Grenzen der irdischen und materiellen Welt. Er begegnete auf seiner Reise Propheten wie Moses, Abraham und Jesus und führte Gespräche mit ihnen. In den Augen der Muslime sind diese genauso Gesandte Gottes wie Muhammad.

Eines der wichtigsten „Geschenke“ für die junge muslimische Gemeinde in Mekka, die stark unter der Verfolgung litt, war das fünfmalige Gebet am Tag, in denen sie Trost und Nähe zu Gott erfahren sollten.

Im Koran selbst sind keine besonderen Riten und Taten für diesen Tag vorgesehen. Dennoch nehmen viele Gläubige den Tag zum Anlass, innezuhalten und den Abend in der Moschee mit Gebeten zu verbringen. Üblich ist es auch, sich gegenseitig Feiertagsgrüße zu senden.

Fast in allen Offenbarungsreligionen finden sich vergleichbare Glaubensinhalte, die als Wunder und somit als Beweis für die Prophetenschaft eines Menschen gesehen werden. Moses bestieg den Berg Sinai und sprach 40 Tage lang mit Gott. Auch Jesus beging nach christlicher Vorstellung nach seinem Kreuztod eine Himmelfahrt „zu seinem Vater“. Zwischen seiner Auferstehung und der Himmelfahrt vergingen demnach 40 Tage. Dieser wird an Christi Himmelfahrt gedacht. In diesem Jahr fällt der Tag auf den übermorgigen Donnerstag.

Im Koran allerdings heißt es, dass Jesus in den Himmel stieg, noch bevor er gekreuzigt werden konnte.