Brasilianische Schüler im Internationalen Türkisch-Olympiaden - zaman

Die Türkei und Brasilien sind zwei sehr weit voneinander entfernte, unterschiedliche Länder. Allerdings haben sie auch viele gemeinsame Erfahrungen. Die Globalisierung bringt beide Länder einander näher – und somit Chancen, sich besser kennenzulernen. Die Pioniere dieser Zusammenarbeit sind zweifellos brasilianische Fußballspieler, die unter anderem auch in der Türkei die Stadien begeistern.

Turkish Airlines fliegt nun auch täglich Brasilien an

Hinzu kommt, dass die Turkish Airlines seit Juli 2012 mit einem 270 Personen-Flieger täglich von Istanbul über São Paulo Buenos Aires anfliegt. Die Anzahl der Touristen aus Brasilien steigt jährlich und erreichte im vergangenen Jahr fast 100 000 Menschen. Da von Türken kein Visum verlangt wird, steigt auch die Anzahl der Reisenden aus der Türkei nach Brasilien.

Der einflussreichste und wichtigste Akteur in diesem Prozess ist jedoch die durch die von den Ideen Fethullah Gülens inspirierte Hizmet-Bewegung. Die Projekte und Aktivitäten der Bewegung in Brasilien sprechen für sich: Die in 2007 eröffnete Privatschule „Colegio Belo Futuro Internacional” („Internationales Kollegium Schöne Zukunft“) unterrichtet in zwei Sprachen, Portugiesisch und Englisch. Weitere Fremdsprachen an der Schule sind Spanisch und Türkisch. An der Schule sind insgesamt 37 Lehrer tätig, fünf davon sind Türken. Insgesamt 150 Schüler besuchen die Grund- sowie Oberschule oder Gymnasium.

Das Brasilianisch-Türkische Kulturzentrum (CCTB) verfügt über eine Niederlassung in São Paulo und eine andere in der Hauptstadt Brasilia. Hauptsächlich organisiert es Türkisch- und Portugiesisch-Sprachkurse und kulturelle Aktivitäten.

Die türkisch-brasilianische Industrie-und Handelskammer (CCITB) hat ihrerseits Zweige in São Paulo und Rio de Janeiro. Sie bringt durch die Zusammenarbeit mit dem türkischen Unternehmerverband TUSKON Geschäftsleute und Dienstleister aus beiden Ländern zusammen. Das Volumen des Handels zwischen beiden Ländern hat mittlerweile die Grenze von 2 Milliarden Dollar überschritten.

„Kimse Yok Mu?“ hilft den Ärmsten der Armen

Das Tourismus-Unternehmen „Atuf” wiederum leistet einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum des Tourismus zwischen beiden Ländern. Mit Stipendien der Hizmet-Bewegung studieren derzeit 35 türkische Studenten an den Universitäten in São Paolo und Rio. Auch die Tageszeitung Zaman sowie die Nachrichtenagentur Cihan haben Vertretungen im Lande und berichten täglich aus São Paolo.

Das vielleicht interessanteste Projekt der Hizmet-Bewegung ist die Verteilung von Fleisch an die ärmsten Menschen Brasiliens zum Opferfest, die in den „Favela”-Gebieten (Slums) leben. Diese Verteilung, welche vor zwei Jahren in São Paulo begann, fand dieses Jahr am 17. Oktober neben São Paulo auch in Rio, Brasilia und Arakaju statt. Schirmherr der Aktion war der Verein „Kimse Yok Mu?” in Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinden. Auf diese Weise bringt die Bewegung, welche bislang in 120 Ländern vertreten ist, auch hier die Türkei mit der Welt zusammen.

Autoreninfo: Şahin Alpay (*1944 in Balıkesir) ist ein türkischer Schriftsteller, Kolumnist und Buchautor. Der Politikwissenschaftler promovierte an der Universität Stockholm in Schweden. Nachdem er für Cumhuriyet, Sabah und Milliyet gearbeitet hatte, schreibt er heute für Zaman. Der obige Artikel ist eine zusammenfassende Übersetzung aus dem türkischen Originaltext vom 17.10.2013.