Eindruck, kennen lernen, Vorstellung, Ausstrahlung

Eine neue, fremde Person betritt den Raum in dem Sie sich befinden. Noch bevor überhaupt ein Wort gewechselt wird, haben wir ein Gefühl dafür, ob wir diese Person mögen oder nicht. Es scheint fast so, dass wir uns im Bruchteil eines Augenblicks ein Urteil über unser Gegenüber bilden. So entsteht der erste Eindruck. Doch haben Sie sich selbst schon einmal gefragt, wie unser Gehirn in einer Zehntelsekunde ein Urteil über fremde Menschen bilden kann?

Wir besitzen die Fähigkeit, unbewusst Menschen kritisch zu überprüfen. Wir verfahren hierbei nach Stereotypen, nach denen wir Personen zunächst nach ihren äußeren Merkmalen kategorisieren. Wir bevorzugen dabei einen bestimmten Habitus (Gestik und Mimik), den wir mit entsprechenden Merkmalen und Eigenschaften assoziieren, welche uns als attraktiv erscheinen. Dies bildet die Grundlage für die Beurteilung, ob wir mit dieser Person eine Freundschaft, eine Partnerschaft oder eine Geschäftsbeziehung eingehen wollen.

Der erste Eindruck

Das Urteil, welches wir fällen, wird intuitiv und instinktiv gefällt. Innerhalb weniger Sekunden machen wir uns ein Bild von unseren Mitmenschen. Wie lange dauert es, bis Sie einen ersten Eindruck von einer Person gewonnen haben? Stellen Sie sich nun selbst diese Frage, wie lange Sie für den ersten Eindruck von einer Person benötigen? Bevor Sie jetzt anfangen zu raten, lassen Sie sich gesagt sein, es sind 7 Sekunden – wie Sie unschwer dem Titel entnehmen können. Doch was genau prägt diesen ersten Eindruck, worauf achten wir?

55% machen Körpersprache, Mimik und Gestik aus. Zur Mimik zählen alle Bewegungen des Gesichts. Augen, Mund, Wangen, Stirn und Augenbrauen kurz: alle Gesichtsmuskeln erzeugen Ihre Mimik. Versuchen Sie Ihre Mimik so einzusetzen, dass sie das Gesagte unterstreicht und Sie so authentisch wirken. Die Augen sind besonders wichtig, da sie viel von Ihnen verraten. Blickkontakt mit Ihrem Gegenüber ist ein Zeichen von Wertschätzung und Interesse. Eine entspannte und aufrechte Haltung signalisiert Selbstbewusstsein. Lassen Sie die Arme entspannt neben dem Körper baumeln. Lockere Arme sind die Voraussetzung für eine angenehme Gestik. Der Blick ist geradeaus gerichtet und jederzeit bereit Augenkontakt aufzunehmen.

38% bei der Entstehung des ersten Eindrucks hängen von der Stimme ab (Tonfall, Artikulation und Stimmlage). Die Stimme bestimmt auch entscheidend den ersten Eindruck. Eine entspannte und ausgeglichene Stimmung wirkt sich positiv auf Ihre Stimme und somit auf Ihren ersten Eindruck aus. Achten Sie auf Ihre Stimmlage und Wortwahl sowie eine angenehme Lautstärke und ein angemessenes Sprechtempo. Bemühen Sie sich deutlich zu sprechen und achten Sie auf Ihren Tonfall.

Nur ganze 7 % beeinflusst der Inhalt unserer Worte. D. h. sensorische Reize wirken direkt im Gegensatz zum Inhalt unserer Kommunikation. Hiernach erfolgt die Reihenfolge nach der wir unser Gegenüber wahrnehmen folgendermaßen:

1- Körper

2-Kleidung

3-Gesicht

4-Stimme

5-Inhalt.

Die Biochemie lässt sich leider hierbei nicht austricksen, ob wir jemanden sympathisch oder unsympathisch finden. Mit diesem Wissen jedoch ausgestattet, können Sie schon etwas beeinflussen, ob Sie einen guten ersten Eindruck in nur wenigen Sekunden hinterlassen oder nicht. Es existieren einige Studien zum Thema ,Der erste Eindruck‘, auf welchen Faktoren basierend und wie schnell dieser gebildet wird. Eine Studie des Max Planck Instituts für Wirtschaft belegt, dass bereits 150 Millisekunden ausreichen, damit wir uns unbewusst einen ersten Eindruck vom Gegenüber Holen Sie das Beste aus 7 Sekunden!

Bauch-Entscheidungen werden im Anschluss rational begründet

Everschaffen. Die Forschung zeigt, dass nur maximal jeder 100.000ste Reiz vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein gelangt und wir dementsprechend unbewusst schneller Reize verarbeiten können. Entsprechend dieser neurophysiologischen Gegebenheiten ist der erste Eindruck unvermeidlich – ob dies uns zusagt oder nicht! Der erste Eindruck stellt quasi eine nonverbale Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Personen dar, dessen Gelingen größtenteils von unserer Wirkung auf unsere Mitmenschen abhängt.

In der Regel treffen Menschen Entscheidungen mit dem ,Bauch‘, d. h. unterbewusst, und versuchen im Anschluss diese durch Fakten rational zu begründen und zu legitimieren. Dieser nonverbale Kommunikationsprozess verläuft autark und wechselseitig. Die gegenseitige Analyse und Bewertung erfolgt unbewusst. Diese Analyse und Bewertung bzw. Interpretation wird durch unsere subjektiven Erwartungen bestimmt. Die meisten Menschen haben in Bezug auf bestimmte Situationen Erwartungen, die sie im Laufe ihres Lebens auf der Basis ihrer Erfahrungen konstruiert haben.

Bewusstsein über uns selbst schaffen

Wie können wir uns nun all dies praktisch zunutze machen? Indem man sich seiner eigenen Wirkung nach außen bewusst wird und diese entsprechend bewusst gestaltet und die eigenen positiven Seiten betont. Im Wesentlichen also zu wissen, wie man wirkt. Die hierfür nötige Selbstkompetenz, die es zu entwickeln gilt, sollte jedoch durch Ehrlichkeit zu sich selbst geprägt sein, da unsere Persönlichkeit nur so nachhaltig und authentisch zum Ausdruck gebracht werden kann.

Nur wenn Sie sich Ihrer tatsächlichen Wirkung auf andere bewusst sind, können Sie auch Ihren persönlichen Auftritt bewusst gestalten. Ein klares Bild von sich selbst ist hierfür unabdingbar! Erst wenn Sie dies verinnerlicht haben, werden Ihr Verhalten, Ihr Aussehen und Ihre Worte in sich stimmig sein. Nur so erreichen Sie dazu das notwendige Maß an Souveränität und Glaubwürdigkeit. Ohne dies werden Ihnen auch die allerbesten Tipps nichts nützen. Sie sollten also zunächst bei sich selbst beginnen, von innen nach außen arbeiten und sich dann Ihrem Gegenüber widmen.

Informationen über Ihr Gegenüber

Informieren Sie sich über Ihr Gegenüber. Was ist ihm wichtig, welche Erwartung gibt es? Ist die von Ihnen gewählte Kleidung beispielsweise angemessen und stimmig zum Anlass, zur Situation? Welche Wirkung hat sie? Kleidung ist in bedeutendem Maße mit entscheidend für den ersten Eindruck.Schauen Sie Ihrem Gegenüber bei der Begrüßung in die Augen, schenken Sie ihm ein Lächeln und achten Sie darauf, dass Ihr Händedruck nicht zu lasch und nicht zu fest ist. Vermeiden Sie unbedingt aufdringliches oder zu dick aufgetragenes Aftershave oder Parfüm (weniger ist mehr!) sowie unangenehmen Körpergeruch.

Positive Ausstrahlung und Energie wirkt sich auch positiv auf Ihr Gegenüber aus! Auch der letzte Eindruck zählt! Genauso wichtig wie der erste Eindruck ist auch der letzte Eindruck. Dieser geschieht meistens bei der Verabschiedung. Also auch hier gilt: beim Verabschieden lächeln, in die Augen gucken und sich für die Verabschiedung Zeit nehmen. Getreu dem Motto „der erste Eindruck zählt und der letzte bleibt für immer.“Denn ein unbekannter Mensch, den wir zum ersten mal sehen bietet eine ideale Projektionsfläche für Wünsche, Sehnsüchte und Träume.

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