Internationale Banken ziehen sich zunehmend aus der Türkei zurück. Nach der Citigroup und der HSBC will auch die RBS (Royal Bank of Scotland) ihre Bankentätigkeit in dem Land einstellen. Erst kürzlich hatte die Citigroup ihren restlichen Anteil von 9,9 Prozent an der türkischen Akbank veräußert.

Zuletzt hatte die Regierung in Ankara für Verwirrung gesorgt, als sie den Vorstand durch den Einlagensicherungsfonds TMSF austauschen ließ. Seit über 40 Tagen hält der Zustand nunmehr an. Als Begründung nannte Ankara „mangelnde Transparenz“ im Geldhaus.

Fuat Avni: Ausländische Investoren ziehen sich zurück

Der Whistleblower, der über den Kurznachrichtendienst Twitter unter dem Namen „Fuat Avni“ aktiv ist, hatte daraufhin auf die heutigen Entwicklungen im Finanzwesen hingewiesen. Ausländische Investoren würden sich nach und nach wegen mangelnder Rechtssicherheit aus dem Land zurückziehen und der Währungsverlust gegenüber dem Dollar würde außer Kontrolle geraten.

Zentralbank belässt Leitzins bei 7,5 Prozent

Der Dollar hat inzwischen Rekordwerte von über 2,61 TL erreicht. Die türkische Zentralbank TCMB (Türkiye Cumhuriyeti Merkez Bankası) versucht zwar dagegen zu steuern, bislang aber mit mäßigem Erfolg. Bei ihrer heutigen Zinsentscheidung haben die Währungshüter des Landes den Leitzins unverändert bei 7,5 Prozent belassen. Zuletzt hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan den Chef der Zentralbank Erdem Başçı immer wieder wegen des hohen Leitzinses öffentlich angezählt. Daraufhin waren vor allem bei ausländischen Investoren Zweifel aufgekommen, ob die türkische Zentralbank überhaupt unabhängig sei. In der letzten Woche hatte es daraufhin ein Treffen zwischen Erdoğan und Başçı gegeben.