Der Flirt mit Galatasaray ging nach hinten los. Hakan Çalhanoğlu darf sich vorerst nicht mehr in der Öffentlichkeit zu seinen Zukunftsplanungen äußern. Denn HSV-Sportchef Oliver Kreuzer plant eigentlich eine Vertragsverlängerung.

Momentan ist Hakan Çalhanoğlu (rechts) in aller Munde. Der Deutsch-Türke schlug im vergangenen Sommer seine Zelte in der Hansestadt auf, nachdem er den Karlsruher SC zurück in die 2. Bundesliga führte und auch beim Hamburger SV gehört der 19-Jährige zu den gefragtesten Spielern. Aus der Hinrunde blieben besonders seine brandgefährlichen Freistöße in Erinnerung. Er überzeugte auch den türkischen Nationaltrainer Fatih Terim, unter dem er im vergangenen Herbst auch sein Länderspieldebüt für die Türkei gab. Terims Ex-Klub Galatasaray bemüht sich intensiv mit dem Freistoßspezialisten und möchte ihn an den Bosporus locken. Nachdem nun Çalhanoğlu seine persönliche Liebeserklärung an seinen Lieblingsklub formulierte, bekam er von Oliver Kreuzer und seinem Berater vorerst ein Interview-Verbot.

Der Hamburger SV plant eigentlich langfristig mit seinem Mittelfeld-Juwel und bot ihm sogar eine Vertragsverlängerung zu besseren Konditionen an. Seinen ursprünglichen Kontrakt bis 2016 möchte der HSV um zwei weitere Jahre verlängern. Doch der gebürtige Mannheimer blockte zunächst ab und beschäftigte sich derweilen mit den Lockrufen aus Istanbul, wo er beim türkischen Meister Galatasaray ganz oben auf der Wunschliste steht. Tugay Kerimoğlu, der Co-Trainer höchstpersönlich, ließ dem Youngster bereits ausrichten, dass man ihn im Winter holen wolle. Die „Löwen“ stehen im Champions League-Achtelfinale und wollen sich vor den beiden Duellen mit dem FC Chelsea nochmal in der Offensive verstärken.

„Mein Herz schlägt gelb-rot“

Die Telefon-Schalte mit dem türkischen TV-Sender „Beyaz TV“ dürften die Gemüter beim Hamburger SV zusätzlich beunruhigt haben. „Es ist richtig, dass Roberto Mancini mich will. Ich hoffe, dass ich eines Tages mit ihm arbeiten kann, weil er ein großer Trainer ist. Es gibt Gespräche. Mein Berater steht in Kontakt zu Galatasaray. Mein Herz schlägt gelb-rot. Ich könnte auch nicht für Besiktas und Fenerbahce spielen“, waren die Worte, mit denen er zwar die Herzen der Galatasaray-Fans eroberte, sich aber auch Ärger bei seinem aktuellen Arbeitgeber einhandelte.

Und Çalhanoğlu ging sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn ich wechsle, will ich in der Startelf spielen. Das wird ein wichtiger Faktor in meiner Entscheidung. Wenn ich zu Galatasaray kommen sollte, weiß ich, dass ich in den Konkurrenzkampf mit Wesley Sneijder treten kann.“

Kreuzer bat Calhanoğlu um Zurückhaltung

Oliver Kreuzer, der Sportchef beim Hamburger SV, gilt als Çalhanoğlus Ziehvater und kennt den Offensivmann bereits aus gemeinsamen Zeiten beim Karlsruher SC. Kreuzer verdeutlichte seinem Schützling, dass solche Aussagen nicht angebracht seien, nahm ihm seinen Fehlgriff aber auch nicht zu übel: „Vielleicht war ja Hakan früher als Kind Gala-Fan. Er muss sich aber der Tragweite dieser Worte bewusst sein. Aber er wollte sicherlich dem HSV nicht schaden. Er meinte es nicht böse.“

Ohne Konsequenzen blieben seine Aussagen jedoch nicht. „Hakan soll sich mit Aussagen die nächste Zeit zurückhalten“, sagte Kreuzer und verpasste dem türkischen Nationalspieler einen Maulkorb.

„HSV ist erster und einziger Ansprechpartner“

Entwarnung gab es auch von Seite seines Beraters Bektaş Demirtaş: „Hakan wird sich verbal zurücknehmen. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zum HSV. Der Junge hat einen Vertrag bis 2016. Da muss man keinen Druck machen. Der HSV ist nicht nur unser erster, sondern auch unser einziger Ansprechpartner.“ Kreuzer dürfte es wohlwollend notiert haben: „Bis die Tinte trocken ist, wird es noch eine Weile dauern. Wir sind im Austausch, haben ein Angebot unterbreitet.Wir werden eine vernünftige, moderate Lösung finden.“

Nach der Rückkehr aus dem Trainingslager soll der neue Vertrag mit Çalhanoğlu unter Dach und Fach sein.