Hürriyet macht Europabüro dicht

Wie „zaman-online.de“ berichtet, existiert die für die Europa-Auflage der einstmals auflagenstärksten türkischen Tageszeitung Hürriyet zuständige Redaktion mit Sitz in Frankfurt ab dem 1. März 2013 nicht mehr. Das teilte am heutigen Nachmittag Sevda Boduroğlu, Geschäftsführerin der Doğan Media International GmbH, zu der Hürriyet gehört, den Mitarbeitern mit.

Betroffen von der Schließung der Redaktion sind etwa 60 Mitarbeiter, die nun vor einer ungewissen Zukunft stehen. Die Europa-Ausgabe soll künftig in Istanbul angefertigt werden, der Druck und Vertrieb aber weiter von Frankfurt aus erfolgen.

Erklärung vom Betriebsrat

Ein Mitglied des Betriebsrats erklärte gegenüber „zaman-online“, dass erst zu Beginn der Woche ein Gespräch mit der Geschäftsführung stattgefunden habe. Dabei sei von einer Redaktionsschließung, geschweige denn einem genauen Datum, nicht die Rede gewesen. Einzig über Sparmaßnahmen sei gesprochen worden.

„Wir haben erst heute von diesem Beschluss erfahren. Jedoch gab es keine offizielle schriftliche Erklärung. Wir stehen alle unter einem großen Schock“, wurde das Betriebsratsmitglied zitiert.

Auflagszahlen gingen zurück

Die einstmals auflagenstärkste türkische Tageszeitung in Deutschland und Europa hatte zuletzt mit stark rückläufigen Auflagszahlen zu kämpfen. Auch die Personalwechsel in der Führungsebene brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Die ebenfalls der Doğan Media International GmbH gehörenden „Milliyet“ und „Fanatik“ mussten ihre Europa-Redaktionen im Mai 2010 aufgeben. Auch der Vertrieb wurde damals eingestellt.