Kobra-Helikopter

Die türkischen Streitkräfte haben in der südosttürkischen Stadt İdil Luftangriffe geflogen. Wie die türkische Nachrichtenagentur DHA berichtet, haben Militärhubschrauber Einheiten der terroristischen PKK beschossen, die auf dem Weg in das Stadtzentrum von İdil gewesen sein sollen. Der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge sind dabei 9 PKK-Kämpfer getötet worden.

Am 16. Februar wurde eine Ausgangssperre über die Stadt İdil verhängt. An der Militäroperation beteiligen sich ungefähr 4000 türkische Sicherheitskräfte von Polizei und Sondereinheiten der Gendarmerie. Sie ließen im Gebiet durch Kobra-Helikopter Luftangriffe gegen PKK-Kämpfer fliegen, die über den sogenannten „Höllenfluss“ („Cehennem Deresi“) in die Stadt eindringen wollten.

Die Operationen gegen die PKK im Südosten der Türkei wurden in der vergangenen Woche auch auf die Stadt İdil ausgeweitet. In der vergangenen Nacht sind Sicherheitskräfte mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen in den Bezirk Yeni Mahalle vorgedrungen, wo von PKK-Kämpfern Schützengräben, Barrikaden und Sprengstofffallen errichtet wurden.

Auch im Altstadtbezirk von Diyarbakır gehen die Kämpfe weiter. Wie der türkische Generalstab berichtet, ist dabei heute Vormittag ein Soldat gefallen. Seitens der türkischen Regierung gibt es zu den aktuellen Ereignissen in İdil noch keine Stellungnahme.

Seit letztem Sommer dauern in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Gebieten der Türkei die Operationen türkischer Sicherheitskräfte an. Dabei gab es bisher auf beiden Seiten mehrere Hundert Todesopfer. Die vielerorts verhängten Ausgangssperren führen zu einer teilweise verheerenden humanitären Lage in den betroffenen Gebieten. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International werfen den türkischen Streitkräften dabei exzessive Gewaltanwendung auch gegen Zivilisten und kollektive Bestrafung der Zivilbevölkerung vor. Auch die Sicherheitsexpertin Lale Kemal kritisiert die Strategie der türkischen Regierung: „Die übertriebene Sicherheitspolitik zerstört die Stabilität und schüchtert die Gesellschaft erheblich ein. Der Staat sieht seine Bürger als innere Bedrohung und bewaffnet sich deshalb zusätzlich.“