Ingolstadt: Geiselnahme im Rathaus vor Merkel-Veranstaltung

Im Ingolstädter Rathaus hat ein Mann mehrere Menschen als Geiseln genommen. Der Mann sei nach eigenen Angaben bewaffnet und habe zunächst keine Forderungen gestellt, sagte Polizeisprecher Günther Beck vom Polizeipräsidium der bayerischen Stadt am Montag. Es gebe regelmäßigen Kontakt des Krisenstabes zum Geiselnehmer. Es soll sich bei ihm um einen 24-jährigen Stalker handeln, der Ende Juli zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden war. Er stellte im vergangenen Jahr einer 25-jährigen Büroangestellten nach.

Nähere Erkenntnisse über die Waffe und die Anzahl der Geiseln gab es nach Angaben des Sprechers zunächst nicht. Nach Medienberichten könnte Ingolstadts Dritter Bürgermeister Sepp Mißlbeck (Freie Wähler) unter den Geiseln sein, zudem soll mittlerweile ein Spezialeinsatzkommando der Polizei vor Ort sein. Beides wurde von dem Polizeisprecher jedoch nicht bestätigt. Oberbürgermeister Alfred Lehmann (CSU) sei in Sicherheit, erklärte Beck.

Für Montag um 17.00 Uhr war ein Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) direkt an dem inzwischen gesperrten Rathausplatz geplant. Zunächst war unklar, ob die Veranstaltung wegen der Geiselnahme abgesagt wird. Einen Zusammenhang zwischen dem Merkel-Besuch und der Geiselnahme sieht die Polizei nicht. Mittlerweile ist auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann vor Ort eingetroffen.

Der Geiselnehmer war am Montagmorgen kurz vor 9.00 Uhr in das Alte Rathaus der oberbayerischen Stadt gegangen und hatte die Geiseln genommen. Derzeit werde versucht, die Geiselnahme unblutig zu beenden, erklärte die Polizei.

Der Donaukurier hat einen Live-Ticker zur Geiselnahme eingerichtet. (dpa/dtj)