Die Situation in der Türkei beschäftigt auch die deutschen Innenminister. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), hat die in Deutschland lebenden Türken und Kurden nach dem Bombenanschlag in Ankara zu Besonnenheit aufgerufen. „In Deutschland darf jeder seine Meinung vertreten. Ich erwarte aber, dass dies friedlich geschieht“, teilte der rheinland-pfälzische Ressortchef auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Mainz mit. „Ich warne davor, diesen Konflikt nach Deutschland zu tragen. Unsere Polizei wird mit aller Entschiedenheit gegen jegliche Art der Gewalt vorgehen.“

Die deutschen Sicherheitsbehörden seien sensibilisiert. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es besonders bei Versammlungen und dem Aufeinandertreffen von türkischen Nationalisten und Anhängern der verbotenen kurdischen PKK zu Auseinandersetzungen komme, erklärte der SPD-Politiker. Er zeigte sich bestürzt über den Bombenanschlag in Ankara mit fast 100 Toten.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoğlu, hatte im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vor gewaltsamen Auseinandersetzungen von Kurden und Türken auch in Deutschland gewarnt. (dtj/dpa)