Türkische Jugendliche in Türkei-Flaggen gehüllt. Im Hintergrund: der Kölner Dom. Foto: Henning Kaiser/dpa

Rund 950.000 türkeistämmige Menschen leben in NRW. Ihre Integration habe sich in den vergangenen 20 Jahren erheblich verbessert, konstatiert eine Studie. Diskriminierung bleibe dennoch ein Problem. Die Details.

Eine Studie des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung (ZfTI) kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Integration türkischstämmiger Menschen in NRW stark verbessert hat. Die Erhebung, die im Auftrag des NRW-Integrationsministeriums durchgeführt wurde, machte die größte Veränderung in den vergangenen knapp 20 Jahren aus.

Demnach stimmten 2019 mehr als 63 Prozent der Aussage voll zu, dass sie sich in Deutschland zuhause fühlten, 27 Prozent nur teilweise. 2001 gaben lediglich 56 Prozent an, sich in Deutschland voll zuhause zu fühlen, 22 Prozent nur teilweise. Außerdem habe der Kontakt zu Personen deutscher Herkunft zugenommen, heißt es in der Studie.

„Keine Abschottung“

Die Landesregierung freue sich über den positiven Trend, schrieb NRW-Integrationsminister Joachim Stamp auf der Internetseite seines Ministeriums. „Es ist wichtig, dass Integration auch in der Nachbarschaft und im Freundeskreis gelebt wird“, sagte er weiter. Von Abschottung könne keine Rede sein.

Die ZfTI-Erhebung machte überdies deutlich, dass türkeistämmige Menschen häufig eine mehrschichtige Identität besitzen. Rund 52 Prozent gaben an, anders als ihre deutschen Mitbürger:innen zu sein. „66 Prozent der Türkeistämmigen stimmten zu, dass sie mit ihrem bikulturellen Leben gut klarkommen“, sagte der Wissenschaftliche Leiter des ZfTI, Hacı-Halil Uslucan.

Diskriminierung bleibt ein Thema

Trotz der augenscheinlich verbesserten Integration plagen türkeistämmige Menschen weiterhin Diskriminierungserfahrungen in ihrem Alltag. 59 Prozent der Befragten gaben an, in den vergangenen beiden Jahren Benachteiligungen aufgrund der eigenen Herkunft erlebt zu haben. Dieser Wert ist zwar im Verhältnis zu 1999 (65 Prozent) gesunken, dennoch bleibt er hoch.

Die Wahrnehmung von Benachteiligungen bei Angehörigen der Nachfolgegenerationen verbinden die Studienmacher indes mit der zunehmenden Sensibilisierung und einem wachsenden Selbstbewusstsein der Türkeistämmigen.