In Uganda soll sich eine religiös motivierte Rebellengruppe formiert haben, die von finanzkräftigen Helfern in westlichen Staaten unterstützt wird. Die „God’s Resistance Army“ (GRA) habe ähnliche Ziele wie die berüchtigte Lord’s Resistance Army (Widerstandsarmee des Herrn, LRA), die seit 1987 jahrelang den Norden Ugandas, den heutigen Staat Südsudan und den Nordosten des Kongos terrorisiert hatte, sagte Polizeisprecher Fred Enanga am Mittwoch.

Sechs Verdächtige, darunter ein ranghohes Mitglied der Armee, seien festgenommen worden. Sie sollen unter dem Vorwurf des Hochverrats vor Gericht gebracht werden. Die Geldmittel für die Gruppe seien aus den USA, Großbritannien, Kanada und Australien gekommen.

Ob die Angaben stimmen, war zunächst unklar. Ugandas Präsident Yoweri Museveni hatte bereits in der Vergangenheit mehrmals fälschlich die Existenz von Rebellengruppen angekündigt – mit dem Ziel, politische Gegner festnehmen zu lassen.

Die LRA, nach eigenem Selbstverständnis dazu angetreten, einen „christlichen“ Staat zu schaffen, der auf der Basis der Zehn Gebote stehen soll, hatte seinerzeit Tausende Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert und Mädchen als Sexsklavinnen missbraucht. LRA-Anführer Joseph Kony soll sich noch heute mit einer Kerngruppe irgendwo in Zentralafrika im Dschungel versteckt halten. Er wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Kriegsverbrechen gesucht, darunter Mord, Folter und Entführungen. (dpa/dtj)