Irans Außenminister Zarif und Iraks Außenminister Zebari

Der Irak verhandelt mit dem Iran über Waffenlieferungen – und bringt damit die US-Regierung gegen sich auf. Der Vorsitzende des Verteidigungskomitees des irakischen Parlaments, Hassan al-Sunaid, betonte zwar im Gespräch mit der irakischen Tageszeitung „Al-Mada“ (Mittwochsausgabe), die Gespräche liefen derzeit noch in Teheran und seien keineswegs abgeschlossen. Über Details des Deals wurde vorerst zwar nichts bekannt. Jedoch ist davon auszugehen, dass die irakische Regierung den Waffendeal dazu nutzen könnte, ihre Machtposition im unruhigen Irak zu festigen.

Die irakische Zentralregierung befindet sich momentan in einem bewaffneten Konflikt mit der Organisation Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL), die auch im syrischen Bürgerkrieg aktiv ist. Außerdem streitet Bagdad mit der kurdischen Autonomieregion um die Erlöse aus dem Erdölgeschäft. Hinzu kommt, dass die Regierung unter Ministerpräsident Nuri al-Maliki auch mit Anfeindungen aus dem schiitischen Lager konfrontiert ist.

Irans Einfluss in der Region steigt

Doch in Washington schrillen auf Grund der Verhandlungen über einen Waffendeal mit dem Iran bereits die Alarmglocken. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sagte: „Wir haben unsere Besorgnis gegenüber der irakischen Regierung auf höchster Ebene geäußert und wiederholt, dass jede Waffenlieferung aus dem Iran eine klare Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrates wäre.“

Al-Sunaid, der als Vertrauter des Regierungschefs Nuri al-Maliki gilt, spielte den Streit herunter. Er erklärte: „Die Beziehungen zwischen dem Irak und den USA werden durch ein langfristiges, strategisches Abkommen geregelt, das wesentlich bedeutender ist. Sie können durch einen so unbedeutenden Vertrag deshalb nicht beeinträchtigt werden.“

Am Nachmittag berichtete „Der Spiegel“jedoch, die irakische Regierung habe dementiert, dass ein solcher Deal abgeschlossen werde.

Auch die Türkei zeigte sich jüngst sehr interessiert an einer Intensivierung der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit mit Teheran.

Die Nachbarländer Irak und Iran führten von 1980 bis 1988 einen blutigen Krieg. Auf politischer Ebene verbesserte sich das Verhältnis zwischen Bagdad und Teheran, nachdem der irakische Präsident Saddam Hussein durch eine amerikanische Invasion gestürzt wurde. Der Iran konnte in den Jahren nach der Invasion seinen Einfluss im Irak und besonders unter Teilen der schiitischen Bevölkerung des Landes massiv ausbauen. (dpa/dtj)

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