Der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak, Massoud Barsani, hat den von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vertriebenen Jesiden die Rückeroberung ihrer Siedlungsgebiete versprochen. Man werde jeden Zentimeter der Region Sindschar wieder einnehmen, sagte er am Montag, wie das kurdische Nachrichtenportal Basnews berichtete. Sindschar ist das größte Siedlungsgebiet der Jesiden, die von manchen Muslimen als „Teufelsanbeter“ angesehen werden.

Augenzeugen hatten zuvor berichtet, IS-Extremisten hätten dort 67 junge Männer hingerichtet, nachdem diese sich geweigert hätten, zum Islam zu konvertieren. Der Zentralrat der Jesiden in Deutschland warnte am Montag vor einem „Völkermord“ im Irak. Die kurdische Peschmerga-Armee kämpft im Nordirak seit Wochen gegen die sunnitische Terrormiliz.

Unterdessen wirbt der IS weiter in Europa um Mitglieder. Dabei sollen in Spanien junge Frauen und sogar minderjährige Mädchen angesprochen worden sein. In der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla seien eine 19- und eine 16-Jährige festgenommen worden, die sich dem „Heiligen Krieg“ der Dschihadisten-Miliz im Irak oder Syrien hätten anschließen wollen, teilte am Montag das Innenministerium in Madrid mit. Die Polizei habe sie am Samstag gefasst, als sie die Grenze nach Marokko überqueren wollten. Bei ihren Anwerbungsaktionen seien den Terroristen Alter oder Geschlecht der „Kandidaten“ egal, so die Regierung. (dpa/dtj)