Irakische Regierung lädt türkischen Oppositions-Politiker ein

Der Vorsitzende der größten türkischen Oppositionspartei CHP (Republikanische Volkspartei), Kemal Kılıçdaroğlu, wird Berichten zu Folge demnächst die irakische Hauptstadt Bagdad besuchen. Nach Angaben des Stellvertretenden Vorsitzenden der Partei, Faruk Loğoğlu, habe ein hochrangiger irakischer Politiker Kılıçdaroğlu eingeladen, das Land zu besuchen.

Der Vorsitzende des Außenpolitischen Komitees des irakischen Parlaments, Hummam Hammudi, habe den Vorsitzenden der CHP mündlich zu einem Besuch in den Irak eingeladen. Loğoğlu gab an, Kılıçdaroğlu plane neben Bagdad die Städte Sulaimania, Kirkuk, Najaf und Arbil zu besuchen. Er selbst werde am 25. Dezember mit einer Delegation an einer Nahost-Konferenz der irakischen Regierung in Bagdad teilnehmen, sagte Loğoğlu.

Die Besuche der türkischen Oppositionspolitiker würden zu einer Zeit stattfinden, in dem sich die Beziehungen zwischen der Türkei und der irakischen Zentralregierung zunehmend verschlechterten. Die Türkei scheint im Streit um die rohstoffreiche nordirakische Stadt Kirkuk, die sowohl von der irakischen Regierung als auch von der Kurdischen Autonomieregierung beansprucht wird, auf Seiten der irakischen Kurden zu stehen.

Die Türkei hat sich in den vergangenen Jahren zu einem extrem wichtigen Wirtschaftspartner für den autonomen kurdischen Teil des Iraks entwickelt, der sich vor allen Dingen durch eigenständig getätigte Ölexporte mit der Regierung in Bagdad überwarf.

Durch die Einbindung der CHP-Politiker könnte die irakische Zentralregierung nun versuchen, den innenpolitischen Diskurs über die Zusammenarbeit mit der kurdischen Autonomieregierung im Irak anzuheizen. In der Türkei wird die teilweise Unabhängigkeit der irakischen Kurden mit Skepsis gesehen, da sie als Ansporn für Separatistengruppen im eigenen Land dienen könnte.