Der Vorsitzende der Irakisch-Turkmenischen Front (ITC), Arshad al-Salihi, warnt davor, einseitig die Kurden im Irak mit Waffen zu versorgen. Er wittert einen Plan des Westens, den Irak in drei Teile zu zerlegen.

Irakische Turkmenen gehören zu den am stärksten von der Gewalt und Brutalität des terroristischen „Islamischen Staates“ (IS) betroffenen Bevölkerungsgruppen im Zweistrimland. Dies betonte der Vorsitzende der Irakisch-Turkmenischen Front (ITC), der davor warnte, dass die zunehmenden Waffenlieferungen der USA und der Europäischen Union an die kurdischen Peshmerga-Einheiten die Dynamik in der Region verändern könnte.

„Dass die USA und die EU den Kurden Waffen zukommen lassen, ist ein guter und positiver Schritt gegen die terroristische ISIS“, äußerte sich Arshad al-Salihi. Allerdings sollte diese Hilfe nicht nur den Kurden zukommen, sondern auch die Turkmenen sollten mit Waffen ausgestattet werden.“

Al-Salihi, der zuvor betont hatte, die Türkei oder andere Länder nicht um Waffen bitten zu wollen, meinte, es deute darauf hin, dass „andere Pläne und Vorhaben im Spiel“ wären, wenn die Unterstützung auf die Kurden beschränkt bleibe. Das Vorgehen des Westens, so al-Salihi, könnte von Plänen motiviert sein, den Irak in drei Teile zu zerlegen, „eine Schiitenregion im Süden, eine gestärkte Kurdenregion im Norden und eine sunnitische Region im Zentralirak.“ Auch die Errichtung spezieller Regionen für Christen und Jesiden könnte Teil des Vorhabens sein. In diesem Fall hätten Turkmenen jedoch keine Möglichkeit mehr, zusammenzuleben und Land zu erwerben, so der politische Führer der Turkmenen. „Es ist untragbar, eine solche Überlegung zu unterstützen“, so al-Salihi.

Irakische Turkmenen trauern um Angehörige, die in der Stadt Kirkuk in der Ortschaft Tuz Khurmato von IS-Kämpfern getötet wurden. (rtr)

Al-Salihi rief auch die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Probleme der Turkmenen in der Region nicht zu übersehen, und betonte, diese hätten „den größten Blutzoll und den höchsten Verlust an Eigentum im Irak zu beklagen. Es wäre der richtige Weg für den UN-Sicherheitsrat, nicht nur Christen und Jesiden als schutzwürdige Gruppen im Irak anzusehen“.

Auch in Syrien ist das Schicksal der dort lebenden Turkmenen durch den Bürgerkrieg gefährdet. Syrische Turkmenen gründeten erst im März eine eigene neue Partei, die turkmenische Partei der Nationalen Bewegung.