Iran-Besuch: Mursi unterstützt syrische Opposition

Eigentlich hatten die Verantwortlichen in Teheran Ägyptens neuen Präsidenten eingeladen, um die seit 1979 eingefrorenen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wieder zu beleben. Doch die Äußerungen Mursis dürften dieses Vorhaben erschwert haben.

Iran ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten der syrischen Regierung in ihrem Kampf gegen die Aufständischen im eigenen Land. So unterstützt Teheran die offiziell von der syrischen Führung vertretene Meinung, bei dem Konflikt in Syrien handele es sich um eine hauptsächlich von außen initiierte und gelenkte Verschwörung.

Mohammed Mursi stellte sich am Donnerstag aber demonstrativ auf die Seite der syrischen und brüskierte damit den Gastgeber Teheran. Die Unterstützung der Revolution in Syrien sei „eine moralische Pflicht sowie eine politische und strategische Notwendigkeit“, sagte Mursi in der iranischen . Den syrischen Machthaber Baschar al-Assad bezeichnete er als Anführer eines Unterdrückerregimes, das jede Legitimität verloren habe. Mursi lobte die „beeindruckende Tapferkeit“ der Aufständischen und verglich den Aufstand in Syrien mit der ägyptischen Revolution und der Auflehnung der Palästinenser gegen die israelische Besatzung.

Der Außenminister Walid al-Muallim verließ während der Rede mit seiner Delegation vorübergehend den Saal. Hinterher begründeten dies die syrischen Staatsmedien damit, Mursi habe „die Gepflogenheiten eines Vorsitzenden des Gipfels missachtet und sich in die inneren Angelegenheiten Syriens eingemischt“.

Mursi, der sich in der Vergangenheit gegen eine internationale Militärintervention in Syrien ausgesprochen hatte, appellierte an die vielen verschiedenen Gruppen auf Seiten der syrischen Opposition, sich zu vereinen. Er signalisierte aber, dass Ägypten bereit sei, mit allen Konfliktparteien auf ein Ende des Blutvergießens hinzuarbeiten und mit ihnen eine Grundlage für ein neues, freies Syrien zu entwickeln.