Hassan Ruhani ist seit Anfang August Präsident des Iran. Er setzt sich dafür ein, dass mehr Frauen in führende Position in der Politik kommen.

Der Iran will zum ersten Mal in seiner 34-jährigen Geschichte Botschafterinnen ernennen. Das gab der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Araghchi, am Dienstag bekannt.

Schon nächste Woche wird Außenminister Mohammed Dschwad Sarif zudem eine Frau als Sprecherin des Außenministeriums vorstellen, danach dann auch die erste Botschafterin des Landes, wie Araghchi auf einer Pressekonferenz in Teheran sagte.

Anfang des Monats hatte der neue iranische Präsident Hassan Ruhani eine Juristin als seine Vizepräsidentin bestimmt. Die ehemalige Abgeordnete und Juraprofessorin Elham Aminsadeh wurde von Ruhani zur Vizepräsidentin für Rechtsangelegenheiten ernannt.

Ruhani hatte sich im Vorfeld seiner Wahl für eine stärkere Partizipation von Frauen in der Gesellschaft ausgesprochen. Diese fordert auch die Völkerrechtsexpertin Aminsadeh seit Jahren. Wie Ruhani wird sie eher als gemäßigt konservativ eingestuft. Bei offiziellen Anlässen tritt sie im traditionellen schwarzen Tschador auf.

Die 49-Jährige wuchs in einer strenggläubigen Familie auf. Sie entschied sich dennoch für die – damals für eine Frau sehr ungewöhnliche – Karriere als Juristin und studierte unter anderem im schottischen Glasgow. An der gleichen Universität hatte auch Ruhani seinen Doktortitel in Jura erworben. 2004 wurde sie Abgeordnete im iranischen Parlament.

Aminsadeh möchte der Welt beweisen, dass auch eine gläubige muslimische Frau im Iran eine politische Karriere machen kann. Mit ihren guten Sprachkenntnissen gilt sie im Ausland als eine geeignete Ansprechpartnerin. (dpa)